Kinderbetreuung im Fokus

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Suche nach mehr Kinderbetreuungsmöglichkeiten für berufstätige Eltern: Rund 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer diskutierten beim 2. Runden Tisch im Bürgerforum mit.

LÜDENSCHEID ▪ Um das auch in Lüdenscheid noch längst nicht gelöste Problem der Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu lösen, sollen verstärkt die Unternehmen mit ins Boot geholt werden. Dies ist ein Fazit des 2. Runden Tisches zur Kinderbetreuung, die vor allem in den Ferien für viele Alleinerzieher oder Doppel-Berufstätige große Schwierigkeiten aufwirft.

In diesem Jahr ist das Dilemma angesichts der späten Ferien besonders groß. Der Kindergarten ist zum 1. August geschlossen, die Schule beginnt erst am 6. September – für etliche berufstätige Eltern von Schulanfängern stellt sich die Frage: Wer betreut mein Kind? Rund 30 Vertreter von Jugendamt, Schulen, Horten, Kindertageseinrichtungen, Agentur für Arbeit, Jugendfeuerwehr, Elternvertretungen und Politik suchten auf Einladung des lokalen Bündnisses für Familie im Bürgerforum des Rathauses nach Verbesserungsmöglichkeiten. Es gibt in der Bergstadt zwar eine Reihe von Ferienangeboten wie CVJM-Ferienjoker, Awo-Stadtranderholung, Summer der Luxe des Jugendkulturbüros, in denen viele Kinder einige Wochen lang qualifiziert betreut werden. Doch Werner Giet, im Rathaus zuständig für Jugendplanung, machte klar, dass diese Angebote eine Hilfe, aber kein flächendeckender Betreuungsersatz seien.

Betreuungslücke in Randzeiten

Eine Betreuungslücke gibt es laut Awo und Agentur für Arbeit auch in den Randzeiten frühmorgens und am späten Nachmittag sowie an Samstagen. Viele Arbeitnehmer müssten bereits um 6 Uhr anfangen, alleinerziehende Mütter müssten auch bis 20 oder gar 22 Uhr arbeiten – und hätten Riesenprobleme, eine Betreuung für ihre Kinder zu regeln.

Verstärkt auf Arbeitgeber zugehen

Einig waren sich die Teilnehmer, verstärkt auf Arbeitgeber zuzugehen. Eine Portion Optimismus, dass eine bessere Vernetzung und Kooperation gelingen könne, sei angesichts von Anfragen und positiven Signalen von Unternehmerseite gegeben. Die SIHK hat laut Giet großes Interesse, an einer Verbesserung mitzuwirken. Auch die Agentur für Arbeit registriere vermehrt Anfragen von Unternehmern zum Thema – denn sie wollten qualifizierte Beschäftigte und Facharbeiter halten oder gewinnen, indem sie ihnen in irgendeiner Form bei der benötigten Kinderbetreuung helfen. Jetzt soll versucht werden, eine Unternehmerrunde zur Betreuungsproblematik zu organisieren. - wok

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