U-3 Betreuung in Lüdenscheid: 135 Kinder werden nicht angenommen

LÜDENSCHEID ▪ Unzufrieden ist Hermann Scharwächter mit der Betreuungssituation für Kinder unter drei Jahren: 135 Jungen und Mädchen, die von ihren Eltern für das neue Kindergartenjahr angemeldet wurden, haben keinen Platz bekommen.

„Der Bedarf ist gestiegen. Obwohl wir 64 neue Plätze geschaffen haben, können wir ihn nicht decken“, stellt der Jugendamtsleiter fest.

Insgesamt seien 462 Anmeldungen für die U-3-Betreuung eingegangen. „Allerdings werden viele Kinder gleich in verschiedenen Einrichtungen angemeldet“, erklärt Scharwächter, dass von dieser Zahl Mehrfachanmeldungen abgezogen werden. Schließlich habe die Stadt 285 Zusagen erteilen können – 135 Kleinkinder bleiben unversorgt.

Obwohl der Rechtsanspruch auf U-3-Betreuung – er bezieht sich allerdings auf Kinder, die mindestens ein Jahr alt sind – erst 2013 in Kraft tritt, arbeite die Verwaltung intensiv daran, den Bedarf vorzeitig zu decken. So würden bis zum Beginn des Kindergartenjahres 2011/2012 weitere 50 neue Plätze zur Verfügung stehen. Ohnehin sei es nicht leicht, die Zahl der ab 2013 benötigten Betreuungsplätze einzuschätzen. „Bundesweit wird mit einer Anhaltsgröße von 35 Prozent gerechnet. Das kann hier natürlich abweichen“, stellt Scharwächter fest.

Schwierigkeiten könne zudem das Haushaltsloch bereiten: „Der Ausbau der U-3-Betreuung hängt natürlich auch davon ab, was die Stadt finanziell schultern kann.“ Auch in diesem Zusammenhang spiele die Kooperation mit dem Verein Tupf (Tages- und Pflegeeltern) eine große Rolle. „Tagesmütter sind wichtige Partner“, unterstreicht Scharwächter.

Bezüglich der 135 Absagen weist er darauf hin, dass der Gesetzgeber Aufnahmekriterien vorgegeben habe. Demnach hätten zum Beispiel Alleinerziehende und Berufstätige Vorrang bei der U-3-Betreuung. „Echte Notfälle gibt es deshalb zum Glück selten“, stellt der Jugendamtsleiter fest und betont: „Wenn Eltern zum Beispiel wieder ins Berufsleben eintreten wollen, sollten sie sich frühzeitig bei uns melden. Wir versuchen dann, gemeinsam eine Lösung zu finden.“ - cwi

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