Thema „Zufall“

Kinder-Uni: „Fragt den Professoren Löcher in den Bauch!“

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Knapp 300 Kinder hatten sich für die zweite Auflage der Lüdenscheider Kinder-Uni der Fachhochschule Südwestfalen angemeldet und machten begeistert mit.

Lüdenscheid - Neue Phänomene kennenlernen und entdecken, wissenschaftlichen Fragen auf den Grund gehen und experimentieren – wie wissbegierig schon die Jüngsten sind und wie schnell sie sich für Wissenschaft und Technik begeistern lassen, das stellte am Dienstag einmal mehr die Lüdenscheider Kinder-Uni der Fachhochschule Südwestfalen unter Beweis.

Zur Auftakt-Veranstaltung der zweiten Auflage hatten sich wieder knapp 300 Mädchen und Jungen angemeldet – und erlebten einen Vortrag, bei dem sie nicht nur zuhören, sondern auch selbst aktiv werden konnten.

Zu Gast war Prof. Dr. Annika Meyer, Dozentin für den Lehrbereich Mathematik und Programmierung für Ingenieure am FH-Standort in Hagen. Sie hatte sich für dieses Kinder-Uni-Semester das Thema „Zufall“ ausgesucht – und die jungen Zuhörer von Beginn an auf ihrer Seite. Denn sie referierte nicht nur 45 Minuten lang, sondern bezog ihre jungen Studenten in das Thema mit ein. Unter diese hatten sich zur ersten Vorlesung auch erwachsene Gäste gemischt – ausnahmsweise, denn sie sind im Hörsaal eigentlich nicht erwünscht.

Doch Bürgermeister Dieter Dzewas, seine Amtskollegen Michael Brosch (Halver) und Uwe Schmalenbach (Herscheid) sowie Prof. Dr.-Ing. Erwin Schwab als Prorektor für Forschung/Technologietransfer an der Fachhochschule Südwestfalen wollten gemeinsam die Bedeutung der Veranstaltungsreihe unterstreichen. 

Kinder-Uni im Kulturhaus Lüdenscheid

„Ich wünsche mir, dass es euch genauso viel Spaß macht wie im vergangenen Jahr. Und dann sagt’s den anderen Kindern weiter – vielleicht bekommen wir das Kulturhaus ja mal ganz voll“, freute sich Dzewas, dass auch auswärtige Kinder, beispielsweise aus Herscheid oder Halver, den Weg nach Lüdenscheid gefunden hatten. „Wissen macht Spaß und ist nicht nur was für Streber“, betonte auch Michael Brosch und forderte die Kinder auf: „Fragt den Professoren Löcher in den Bauch!“ Dass man zum Studieren nicht unbedingt die Region verlassen muss, hob Uwe Schmalenbach hervor. „Mit der Kinder-Uni kann man zeigen, was man an der Fachhochschule alles studieren kann – und vielleicht denkt ihr ja später mal an heute zurück.“

Mit der Eingangsfrage „Wo seid ihr dem Zufall schon einmal begegnet?“ ging die eigentliche Vorlesung schließlich los. Und die Kinder hatten viele Ideen: beim Würfeln, einer zufälligen Begegnung mit der besten Freundin im Schwimmbad oder „wenn man zufällig einen Stift oder Ratzefummel“ findet.

Dass aber auch ein Blitz, eine Wolke oder die Scherben eines zerbrochenen Glases „Zufallsprodukte“ sind, machte Prof. Dr. Annika Meyer anhand von Fotos deutlich. Und erklärte zugleich, was es eigentlich heißt, wenn etwas zufällig ist – nämlich wenn es ungeplant passiert, man keinen Einfluss darauf hatte und es zu kompliziert wäre, es zu erklären. „Der Zufall ist gedächtnislos“, lautete dann auch ihr Aufruf zu einem Experiment: Alle jungen Studenten hatten zu Beginn eine Cent-Münze bekommen, die sie nun drei Mal „werfen“ sollten. Die jeweilige Kombination aus Kopf und Zahl wurde nachgehalten – und zeigte auf: Das Ergebnis, wie die Münze fällt, ist rein zufällig.

Zum Abschluss ihrer Vorlesung, die immer wieder mit Beiträgen der jungen Studenten bereichert und ergänzt wurde, ging Prof. Dr. Annika Meyer auf die symmetrische Verschlüsselung geheimer Nachrichten ein – auch hier sei der Zufall nötig, um den „Schlüssel“ nicht so schnell entschlüsseln zu können.

Mit dem entschlüsselten Wort „Ende“ verabschiedete sich die Dozentin schließlich nach fast genau 45 Minuten von ihren Studenten – natürlich nicht ohne dem einen oder anderen noch seinen Autogramm-Wunsch zu erfüllen...

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