180 junge Studenten im Lüdenscheider Kulturhaus

Kinder-Uni-Auftakt: Wenn "Graf Zahl" Ziffern klaut...

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Prof. Dr. Stefan Böcker führte seine jungen Studenten in die Welt des Binärsystems ein.

Lüdenscheid - Die Atmosphäre eines Uni-Hörsaals, echte Professoren „zum Anfassen“ und dazu die Erkenntnis, dass Computer anders rechnen als der Mensch – es ist wieder Kinder-Uni-Zeit in Lüdenscheid. Zum fünften Mal hatte die Fachhochschule Südwestfalen in Zusammenarbeit mit dem zdi-Netzwerk technik_mark die Nachwuchswissenschaftler ins Kulturhaus eingeladen.

Sie sind möglicherweise die Wissenschaftler von morgen, stecken voller Neugier und Wissensdurst und möchten Sachverhalte verstehen lernen. Am Dienstag gehörte der große Saal des Kulturhauses jenen, die schon in jungen Jahren Hochschulluft schnuppern möchten: Rund 180 Mädchen und Jungen im Alter zwischen neun und zwölf Jahren hatten sich für das neue Semester an der Kinder-Uni der FH eingeschrieben. 

Damit waren es zwar weniger als noch in den Vorjahren, doch der Qualität der Vorlesung schadete dies keineswegs. Denn: Die 45 Minuten vergingen für die Mehrzahl der jungen Studenten wie im Fluge, so mancher fragte sich am Ende: „Ist die Zeit schon um?“ 

Dass keine Langeweile im Hörsaal aufkam, dafür sorgte nicht zuletzt einer: Prof. Dr. Stefan Böcker, Professor für Wirtschaftsinformatik, Datenbanken und mobile Technologien an der FH Südwestfalen (Campus Hagen) – und schon ein „alter Hase“ im Hinblick auf die Kinder-Uni. Schließlich ist er seit der Premiere vor fünf Jahren immer wieder als Dozent bei der Kinder-Uni zu hören. 

Auftakt der Kinder-Uni mit Prof. Dr. Stefan Böcker

Allerdings kam er am Dienstag allein: Sein Kollege Prof. Dr. Andreas de Vries war beruflich verhindert, ließ sich aber bei seinen jungen Studenten entschuldigen. Und so schenkten sie gestern ihre ganze Aufmerksamkeit Prof. Dr. Stefan Böcker und seiner Frage: „Ist 1 plus 1 gleich 10?“ Zugegeben, bei dem Begriff Binärsystem, auch Dualsystem genannt, möchten Nicht-Mathematiker gedanklich direkt abschalten.

Dass dahinter jedoch das System steckt, mit dem ein Computer rechnet, das machte der Wissenschaftler seinen Studenten ganz anschaulich deutlich. Unter anderem mithilfe von „Graf Zahl“, jener Figur aus der „Sesamstraße“, die das Zählen liebt und mitunter Ziffern klaut. 

Wie setzt sich also eine Zahlenreihe zusammen, wenn „Graf Zahl“ die Acht und Neun geklaut hat? Welche Ziffern bleiben übrig und wie geht die Zahlenreihe weiter? Schnell hatten die Mädchen und Jungen den Dreh raus und zählten eifrig mit – egal, wie viele Ziffern in der Reihe fehlten. Zu guter Letzt blieb eben nur noch das Zweier--System übrig – und damit die Ziffern 1 und 0. Doch damit nicht genug.

 Dass man in den verschiedenen Zahlensystemen auch addieren und multiplizieren kann, das erläuterte Prof. Dr. Böcker seinen jungen Zuhörern ebenfalls – und ein Großteil hatte keinerlei Mühe, ihm zu folgen. „Jetzt wisst ihr, wie ein Computer rechnet, denn er kann nur ‘an’ und ‘aus’, also 1 und 0 – aber das kann er ziemlich gut“, verwies der Dozent darauf, dass mit diesem Zahlensystem auch Taschenrechner, Smartphones und Tablets rechnen. 

Warum diese am Ende aber trotzdem in der Lage sind, auch andere Ziffern anzuzeigen oder auch, wie ein Quantencomputer funktioniert – diese Fragen beantwortete Böcker im Anschluss an seine Vorlesung und zeigte sich mehr als zufrieden mit seinen jungen Zuhörer. „Sie haben sehr gut mitgemacht und man hat gemerkt, dass viele von ihnen schon sehr viel wissen. Es war faszinierend, wie schnell sie wussten, wo ich mit meinen Erklärungen hinwollte“, sprach er seinen Studenten ein dickes Lob aus.

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