"Heimat" - Kinder stellen Ausstellung zusammen

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Der Nachwuchs der alevitischen Gemeinde erzählt Geschichten, die sich um die Erinnerung an die Türkei ranken.

Lüdenscheid - „Meine Heimat, deine Heimat, unsere Heimat“ ist das Motto eines Projektes mit Kindern und Jugendlichen, das die Museen der Stadt gemeinsam mit den Kooperationspartnern des Vereins „Wir hier“, des Alevitischen Gemeinde- und Kulturzentrums Lüdenscheid, des Jugendtreffs Stern-Center, des Diakonischen Werkes (Fachbereich Migration) sowie der Adolf-Reichwein-Gesamtschule auf die Beine gestellt haben.

Finanziert wurde das Projekt durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen der Aktion „Kultur macht stark“. Die teilnehmenden Kinder, überwiegend mit Migrationshintergrund, sollen zu Gegenständen oder selbst hergestellten Objekten, die in ihrem Leben eine Rolle spielen, die Familiengeschichten, die dahinterstehen, aufschreiben.

An dem Projekt nehmen Kinder und Jugendliche der Adolf-Reichwein-Gesamtschule sowie des Alevitischen Gemeinde- und Kulturzentrums teil. Am Ende der Aktion steht eine Ausstellung in den Museen, die am Sonntag, 30. November, um 14 Uhr eröffnet wird und im Anschluss für mindestens vier Wochen zu sehen sein wird.

In dieser Ausstellung werden die Gegenstände gemeinsam mit den dazugehörigen Geschichten sowie einem großformatigen Foto des Kindes gezeigt, das die jeweilige Geschichte erzählt. Einige der Kinder und Jugendlichen werden auch Führungen durch die Ausstellung übernehmen. Die Museumsmitarbeiter Ulrike Tütemann und Dorna Hatamlooy sowie Ivan Ivanov als Projekt-Mitarbeiter vom Verein „Wir hier“ haben die Teilnehmer im Alter zwischen 10 und 18 Jahren während der letzten Wochen bei ihrer Arbeit an dem Projekt betreut.

Bei den Geschichten der Reichwein-Schülern spielen Stühle und Koffer tragende Rollen. - Fotos: Othlinghaus

Kinder der Adolf-Reichwein-Gesamtschule trafen sich in ihrer Schule, um ein erstes Fazit der Aktion zu ziehen und gemeinsam mit Ulrike Tütemann die Portrait-Fotos für die Ausstellung zu schießen. „Vor allem Koffer und Stühle spielten in den Geschichten eine Rolle“, erinnert sich die beteiligte Lehrerin Monika Rode.

Viele Geschichten drehen sich um Tiere, die teilweise inzwischen nicht mehr leben, bei einer weiteren Story stand ein Schinkenbrot im Mittelpunkt. „Wir haben lange darüber nachgedacht, wie wir das präsentieren“, meint Ulrike Tütemann. Das Brot in Kunstharz einzugießen und dadurch haltbar zu machen war bis jetzt nur eine, jedoch für die Beteiligten eher unbefriedigende Lösung. Alle Jugendlichen waren angetan davon, anderen Menschen etwas über sich zeigen zu können.

Geschichten haben auch die insgesamt acht Kinder und Jugendlichen des Alevitischen Gemeinde- und Kulturzentrums zu erzählen. Sie trafen und treffen sich noch an jedem Sonntag zwischen 14 und 16.30 Uhr, um gemeinsam an ihren Beiträgen zur Ausstellung zu arbeiten. Die Geschichten sind so unterschiedliche wie die Jugendlichen, die sie erzählen. So dreht sich zum Beispiel die Erzählung der zehnjährigen Ecem um eine Muschel, die sie in Izmir gefunden hat (und die natürlich auch in der Ausstellung zu sehen ist). Zerda (10) berichtet dagegen über ein Armband, das ihr ihre Freundin aus der Türkei mitgebracht hat und sie immer an sie erinnert.

Bei der Ausstellungseröffnung am Sonntag, 30. November, wird es auch ein Rahmenprogramm geben. So sorgt der Verein „Wir hier“ für Essen und Getränke, und die beiden Musiker Tlako Mokgadi und Deniz Kutlu sind für die musikalische Untermalung des Nachmittags zuständig. -  bot

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