„Die Blicke und die Vorverurteilung waren schlimm.“

75 Kilogramm! Frau aus MK nimmt ab - Arzt strafft

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Die beiden Bilder zeigen Anja Möller und vor und nach der Operation.

Lüdenscheid – In ihren „schwersten“ Zeiten brachte Anja Möller, Mutter zweier Kinder, 150 Kilogramm auf die Waage. „Ich habe damit noch Volleyball gespielt“, erzählt die 34-Jährige. Welcher Gefahr sie sich aussetzte, war ihr nicht bewusst.

„An den Gelenken habe ich das schon gespürt, aber was mit den Organen hätte passieren können, darüber habe ich nicht nachgedacht.“ Die Wende leitete ein Familienbesuch in einem Freizeitpark ein, als sie den Gurt eines Fahrgeschäfts aufgrund ihres Körperumfangs nur mit Mühe schließen konnte und aufgrund dessen lieber ausstieg als der Technik zu vertrauen. „Die Blicke und die Vorverurteilung waren schlimm.“ 

Im April 2017 entschied sich die Adipositas-Koordinatorin des Klinikums Dortmund für eine Magenverkleinerung und nahm nach erfolgreicher Operation innerhalb von neun Monaten mehr als 70 Kilogramm ab. Zurück blieben störende Hautschürzen, für deren Beseitigung sich die Dortmunderin weitere Male unters Messer legte. 

Es war bereits die vierte OP

Die Oberschenkelstraffung, die sie jüngst in der Klinik für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie / Handchirurgie am Klinikum Lüdenscheid durchführen ließ, war bereits ihre vierte Operation. „Die Problematik der Übergewichtigkeit in der deutschen Gesellschaft nimmt zu“, erläutert Max Meyer-Marcotty, der die 34-Jährige operiert hat. 

„Entsprechend kommen auch immer mehr Patienten zu uns in die Sprechstunde nach einem massiven Gewichtsverlust mit den dann störenden Folgeerscheinungen mit überschießenden Hautfaltenbildungen.“ Bei solchen Straffungsoperationen gehe es nicht nur darum, die Körpersilhouette wiederherzustellen und das Erscheinungsbild zu verbessern, sondern auch darum, den Patienten von funktionellen Beschwerden zu befreien. 

Patienten sind stark beeinträchtigt

Wie der Klinikchef ausführt, gehören quälendes Wundsein in den Faltenbildungen, Rötungen, Juckreiz, Geruchsbelästigung, Schmerzen und mechanische Irritationen zu den häufigsten Beschwerden. Im alltäglichen Leben sind die Patienten mitunter stark beeinträchtigt. „Hier können wir im Prinzip am gesamten Körper durch bestimmte Straffungsoperationstechniken die Körperform wieder rekonstruieren.“ 

Häufig bilden sich überschüssige Hautfalten, die sich in der Regel – weil die Haut überdehnt ist - nicht durch Sport und bewusste Ernährung zurückbilden, an Bauch, Oberarmen, Gesäß, Brüsten und Oberschenkeln heraus. Durchgeführt werden Straffungsoperationen, bei denen die überschüssige Haut entfernt wird, in Vollnarkose. Nach der Operation verweilen die Patienten zwei bis sieben Tage in der Klinik, um die postoperative Überwachung sicherzustellen. 

Anja Möller, die als Adipositas-Koordinatorin im Klinikum Dortmund arbeitet, brachte in ihren „schwersten“ Zeiten 150 kg auf die Waage. Heute wiegt sie 75 Kilogramm.

Drainagen dienen dazu, Wundsekret abzuleiten. Liegen medizinische Gründe und funktionelle Beeinträchtigungen vor, übernehmen die Krankenkassen in der Regel eine Straffungsoperation. Bei Anja Möller, die ihren weiten Weg zum Normalgewicht mit dem von der Kasse geforderten multimodalen Therapiekonzept (Ernährungs-, Bewegungs- und Verhaltenstherapie) einleitete, bewilligte die Krankenkasse nach Antragstellung und medizinischer Begutachtung sowohl die Entfernung der Fettschürze am Bauch als auch die Oberschenkelstraffung am Klinikum Lüdenscheid. 

Die Bauchdeckenstraffung war standardmäßig mit einer Neupositionierung des Bauchnabels verbunden. Beide Male – zunächst in Soest und jüngst in der Bergstadt – vertraute sie sich Max Meyer-Marcotty an. 

75 Kilogramm bringt die Dortmunderin, die als Adipositas-Koordinatorin Betroffenen mit Rat und Tat zur Seite steht, heutzutage bei einer Größe von 1,77 Metern auf die Waage – Idealgewicht. Betroffenen rät sie dazu, sich einer Selbsthilfegruppe anzuschließen. „Der Erfahrungsaustausch ist wichtig.“

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