Kiersper stoppt Irrfahrt einer 73-Jährigen

LÜDENSCHEID ▪ Mit einer ungewöhnlichen Unfallflucht hatte es die Polizei am Samstag zu tun. Eine verwirrte 73-jährige Lüdenscheiderin gab an, von dem von ihr verursachten Unfall nichts mitbekommen zu haben. Ob Alkohol, die Einnahme von Medikamenten oder eine Unterzuckerung die Ursache für den Zustand der Frau war, muss die Untersuchung der Blutprobe zeigen.

Um kurz vor 15 Uhr fuhr sie mit ihrem VW Fox auf der Altenaer Straße, kurz vor der Einfahrt in den Rathaustunnel prallte sie auf den Hyundai eines 42–jährigen Kierspers auf, der mit etwa 40 Stundenkilometern unterwegs war. Der Mann verlangsamte seine Fahrt und wollte anhalten. Da fuhr die Lüdenscheiderin erneut auf, wechselte die Fahrspur und fuhr in Richtung Kölner Straße weiter. Der Kiersper folgte der Frau bis sie kurz vor der Einmündung zur Westfalenstraße die Ampel bei Rot überfuhr. Im Kreuzungsbereich hielt sie plötzlich an und machte den Anschein, als ob sie den richtigen Weg suchen würde. Die Gelegenheit nutzte der Kiersper, trat an den Wagen der Unfallflüchtigen heran, öffnete die Fahrertür und zog den Zündschlüssel ab.

Beim Eintreffen der Polizei, saß die Lüdenscheiderin immer noch am Steuer ihres Autos. Als sie ausstieg, löste sie die Handbremse, so dass die Beamten den losrollenden Fox mit Muskelkraft aufhalten mussten. Da die 73-Jährige auf die Polizisten einen „deutlich verwirrten“ Eindruck machte, boten sie ihr an, Platz im sicheren Streifenwagen zu nehmen.

Sie konnte sich bei der Befragung weder an ihre Fahrt, noch an einen Unfall erinnern. Sie konnte lediglich angeben, eine Gaststätte in Nachrodt-Wiblingwerde besucht zu haben und nun ihre Bekannte nach Hause zu fahren, die sich doch noch in ihrem Auto befinden würde. „Dabei deutete sie auf den menschenleeren Innenraum ihres PKW, in dem zwar die imaginäre Bekannte fehlte, wo es aber deutlich nach Alkohol roch“, teilte die Polizei mit.

Einen Alko-Test konnte die Frau trotz mehrfacher Versuche nicht durchführen, so dass sie mit zur Wache musste, wo ihr eine Blutprobe entnommen wurde. Da sie zudem angab, an Diabetes zu leiden und die Einnahme von Medikamenten nicht ausgeschlossen werden konnte, wird die Blutprobe auch darauf untersucht. Die 73-Jährige gab ihren Führerschein ab.

Bei dem Zusammenstoß vor dem Tunnel hatte sich die Beifahrerin des Kierspers leicht am Rücken verletzt. Den Sachschaden schätzt die Polizei auf circa 4000 Euro.

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