Kettcar-Parcours der Verkehrswacht: Lernen und Spaß haben

Wer hat Vorfahrt? Joshi und Levent wissen, was die Verkehrszeichen auf dem Kettcar-Parcours bedeuten. -  Foto: S. Jentzsch

Lüdenscheid - „Das da ist richtig.“ Joshi weiß die korrekte Antwort auf die Frage, die ihm Martin Kornau, Vorsitzender der Verkehrswacht Lüdenscheid, auf dem Fragebogen gezeigt hat. „In diese Straße darf man nicht reinfahren“, deutet der Zehnjährige auf das abgedruckte Einfahrt-Verboten-Schild.

Auch alle weiteren Verkehrsschilder sind Joshi nicht fremd – lange überlegen muss der Zehnjährige beim „Führerschein“-Test nicht. Er kennt sich bereits bestens aus und will im Moment nur eins: den „Führerschein“ und ab auf den Kettcar-Parcours.

Joshis Augen strahlen, als er in seinem Flitzer Platz nimmt – noch hat er die Strecke ganz für sich alleine und kann „Gas“ geben. Doch Joshi ist alles andere als ein Raser – obwohl ihm der Asphalt alleine gehört, hält er sich an die Verkehrsregeln, die die Verkehrswacht-Mitglieder in den Parcours eingebaut haben. Vorfahrt gewähren – Joshi bremst ab und blickt in die kreuzende Straße; Stoppschild – Joshi steigt in die „Eisen“ und zieht die Handbremse; Vorfahrtsstraße – Joshi trampelt immer schneller; Überholen verboten – noch ist keiner mit ihm auf der Strecke, dass dieses Schild tatsächlich greifen müsste. Doch das sollte sich kurze Zeit später ändern.

Mit viel Kreativität haben die Verantwortlichen der Verkehrswache Lüdenscheid einen Parcours entwickelt, bei dem die Aufmerksamkeit des Fahrer stets gefragt ist. Den großen Rundweg, sowie die beiden möglichen „Achten“, die gefahren werden können, stellt Martin Kornau den jungen Fahrern vor dem Start genau vor.

Haben die Kettcar-Fahrer den Verkehrsschilder-Check bestanden, geht es hinters Lenkrad. „Sie sollen bei uns schon etwas lernen, aber natürlich auch Spaß haben“, stellt Martin Kornau das Prinzip des Angebots vor, das jeden 1. und 3. Samstag im Monat von 14 bis 16 Uhr auf dem Schützenplatz Loh stattfindet. Fahrer zwischen sechs und zwölf Jahren sind willkommen – auch diejenigen Nachwuchsfahrer, die bereits ihren Kettcar-Führerschein erfolgreich bestanden haben. Einfach mitbringen, und ein paar Runden drehen, um das gelernte zu vertiefen, hoffen die Verkehrswacht-Mitglieder noch auf viele weitere Teilnehmer, bis die Aktion im Oktober endet.

Neben Martin Kornau stehen einige weitere Vereinsmitglieder den Mädchen und Jungen mit Rat und Tat zur Seite. Niemand wird auf dem Parcours alleine gelassen. Außerdem wird vor jedem Start der „Bolide“ auf die passende Größe des Fahrers eingestellt – so wie bei Levent. Die noch kurzen Beine des Fünfjährigen reichen bei Weitem nicht an die Pedale – doch Justus, einer der freiwilligen Helfer, hat das Problem bereits erkannt und baut mit ein paar flotten Handgriffen das Kettcar in der Boxengasse auf Fahrer-Maß um – und los geht’s.

Führerschein und Fragebogen dürfen natürlich gerne mit nach Hause genommen werden – ebenso wie die reflektierenden Sicherheitsstreifen, die die Verkehrswacht an die Kettcar-Fahrer zum Ende ihrer Fahrt austeilt.

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