Kennedy war schuld: Metallplektrum serienreif

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Gitarrist Artur Tadevosyan und Kompagnon Michael Schwarzer wollen ihr Produkt auf die Bühnen der Welt bringen.

LÜDENSCHEID - Mit einem serienreifen Metallplektrum wollen zwei junge Männer aus Lüdenscheid "den Markt aufrollen". Ihre Neuheit für die E-Gitarre stellen sie auf der Musikmesse in Frankfurt vor.

Plektrum

Das Plektrum oder auch Plektron ist ein Plättchen, mit dem Zupfinstrumente wie z. B. Stahlsaitengitarre, E-Bass, Mandoline, Sitar oder Shamisen angeschlagen oder gezupft werden können. Unter Musikern wird es auch Spielblättchen, Plattl, Zupflümmel, Plek oder Pick genannt.

Große Erfolge fangen manchmal ganz klein an. Mit einer Vierteldollar-Münze mit Kennedy-Kopf, zum Beispiel. Aus der formte ein junger Armenier vor nunmehr 16 Jahren sein erstes Metallplektrum, ein Plättchen, normalerweise aus Plastik oder Stein, mit dem Gitarristen die Saiten ihres Instrumentes anreißen. Die magische Verbindung zwischen dem Musiker und seiner Gitarre. Kommende Woche wird Artur Tadevosyan (27), der 1997 nach Deutschland kam, die Idee seines Vaters vom 24. bis 27. März auf der Musikmesse in Frankfurt präsentieren. In jahrelanger Entwicklungsarbeit verfeinert, nunmehr aus gegossenem Messing, von Hand bearbeitet und mit Sterling-Silber mit bislang zwei unterschiedlichen Motiven dekorativ verziert – mit ihren Pleks wollen Tadevosyan und sein Kompagnon Michael Schwarzer (50) den Markt aufrollen. Die Resonanz vor Ort – das Musikhaus Auth hat die Pleks für 9,95 Euro im Sortiment – lässt die beiden optimistisch sein: „Super.“

Know-How als Schmuckhersteller und gute Verbindungen

Durch starken Gebrauch nehmen Metallpleks mit der Zeit das Spielprofil des Gitarristen an.

Schwarzer ist ebenfalls Musiker und bringt neben kaufmännischem Know-how als Schmuckhersteller auch gute Verbindungen mit. Die Firmengründung steht bevor, und durch die Messeteilnahme erhoffen sich die beiden Lüdenscheider, „den deutschen Markt richtig aufmerksam zu machen“. Dass man mit einem solchen „Winz-Produkt“ keinen eigenen Stand füllen kann, wissen sie und stehen unterm Dach eines großen Vertriebs (iMusicnetwork, Halle 3.1 D 68).
98 Prozent der E-Gitarristen spielten noch mit Plastikpleks, wissen die Jungunternehmer. Diese Prozentzahl wollen sie zu ihren Gunsten verändern. Da gilt es, Überzeugungsarbeit zu leisten. „Die erste halbe Stunde ist es eine Umgewöhnung, danach will man nichts anderes mehr“, schwärmt Berufsmusiker Tadevosyan, der nicht nur in Bands (u.a. Sauerland-Schurken) spielt, sondern auch als Musiklehrer arbeitet und für Firmen Gitarren erprobt und vorstellt. Das Metallplek rufe einen lauteren, direkteren Ton hervor, gleite besser über die Saiten, erlaube akustische Spielereien und halte ein bis zwei Jahre. Ein gängiges Plastikplek überstehe gerade einmal ein Konzert, weiß der Profi. Noch einen Vorteil haben die metallischen spitzen Dreiecke: „Man hört, wenn sie hinfallen.“ Daher gingen die kleinen Schmuckstücke so gut wie nie verloren.

"Erfahrung kann man nicht kopieren"

„Natürlich wird kopiert, aber Erfahrung kann man nicht kopieren“, sagt das Duo selbstbewusst. Und sprudelt über vor neuen Ideen. Die nächste Plek-Generation wird am Halsband getragen, es soll Varianten mit Schmucksteinen geben, immer die Optik, aber auch die Praxis vor Augen. Und einen Wunschkunden: „Fast alle E-Gitarristen spielen mit Pleks. Außer Mark Knopfler von Dire Straits.“ Noch.
Metallplektrum auf myspace

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