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Keine Weihnachtsbeleuchtung wegen Baustelle in der Altstadt

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Von: Susanne Kornau

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Jedes Jahr schmücken die Helfer des Altstadt-Vereins die Gassen rund um die Erlöserkirche mit Herrnhuter Sternen. Dieses Jahr bleibt die Beleuchtung sicherheitshalber im Keller.
Jedes Jahr schmücken die Helfer des Altstadt-Vereins die Gassen rund um die Erlöserkirche mit Herrnhuter Sternen. Dieses Jahr bleibt die Beleuchtung sicherheitshalber im Keller. © Susanne Kornau

Die Freude ist groß: Der Altstadtverein bereitet sich nach der Corona-Pause wieder auf seinen historischen Weihnachtsmarkt im Schatten der Erlöserkirche vor. Doch auch weitere Themen fordern die Altstädter.

Lüdenscheid - Es sollte ganz einfach sein, eine sympathische Geste und nebenbei das kulturelle Angebot in der Altstadt erweitern: Das neue Quartiersmanagement treibt die lange gehegte Idee eines Offenen Bücherschrankes voran. Ein Standort in Sichtweite des Kleinen Prinzen, der als Bücherschrankpate fungieren wollte, war bald gefunden. Doch in der Leopoldgasse kann der stabile gläserne Schrank nun nicht aufgestellt werden – er gelte als Bauwerk, hat Sigrid Schroeder erfahren. Da in der Altstadt der somit erforderliche Drei-Meter-Abstand kaum möglich sein dürfte, steht das Thema auf der Kippe.

„Das ist noch nicht in trockenen Tüchern“, sagt die gerade im Amt bestätigte Vorsitzende des Altstadt-Vereins. Der hatte am Monatsanfang seine Jahreshauptversammlung in den Räumen des Awo-Ortsvereins an der Marienstraße. 24 des 80 Mitglieder nutzten nach langer Versammlungspause die Gelegenheit zu Vorstandswahlen und Diskussion.

Dabei galt es, gleich auf zwei Jahre zurückzublicken: 2019 hat der Verein den 1. Preis über 300 Euro beim Ideenwettbewerb „Kultur in der Altstadt“ des Altstadtbüros und der Stadt gewonnen. Im Jahr drauf gab es einen 100-Euro-Trostpreis aus der Bewerbung beim Heimatpreis.

Anfang Januar 2020 trafen sich Helfer und Sponsoren der Aktionen in 2019 in den Räumen von Clowns & Company zum Dankeschön-Treffen. Das Graf-Engelbert-Fest 2020 und 2021 konnte coronabedingt nicht stattfinden, auch der Weihnachtsmarkt 2020 musste ausfallen.

Weihnachtsmarkt-Planung

Umso mehr freuen sich die Altstädter nun, dass die Planung des Weihnachtsmarktes 2021 in vollem Gange ist. Das Planungsteam sieht zuversichtlich auf das 2. Adventswochenende. Erfreulicherweise seien viele Bewerbungen eingegangen, hieß es. Der Verein wird einige Anschaffungen tätigen. Eine eigene Gastro Spülmaschine sorgt für sicheres und schnelles Spülen. Für Tischhussen fanden sich Sponsoren aus eigenen Reihen. Aufbau und Hütten-Dekoration übernimmt eine bewährte Fachfirma. Man hoffe auf eine Bühne mit Bühnenprogramm, zudem stimmt man sich mit dem Kantor zwecks Einbeziehung der Kirche ab.

Der Altstadtverein will wieder zwei Glühweinhütten betreiben, zusätzlich werde es eine dritte Hütte – auch aus Coronaschutzgründen – nur für die Leergutverwaltung geben. Damit hoffe man auch, mehr Raum vor den Glühweinständen zu gewinnen. Diskutiert wird noch die Einführung von Getränke-Bons.

Verzichten wird der Verein auf die Adventsbeleuchtung in der Altstadt durch Herrnhuter Sterne – zu gefährlich erscheint es, die empfindlichen Objekte samt Zuleitungen angesichts des Baustellenbetriebs aufzuhängen. Der Vorstand, so hieß es, hoffe aber auf „möglichst viele privat schön beleuchtete Fenster und Häuser“. Verbunden war das mit dem Hinweis auf das wieder besetzte Altstadt-Büro: Hier könne sich melden, wer eines von zwölf Mikro-Projekten zur Begrünung/ Beleuchtung der Altstadt übernehmen möchte. Jedes Projekt dürfe nicht mehr als 100 Euro kosten, die Kosten werden von der Stadt gefördert.

In 2020 hat Sigrid Schroeder an mehreren, zum Teil auch digitalen, Workshops zur „Nachhaltigen Kommune“ sowie zum Denkmalpflegeplan mitgewirkt. Die Vorsitzende berichtete weiter von der Idee des digitalen Stadtrundgangs in der Altstadt, den der Geschichts- und Heimatverein zusammen mit den Visionären und der Stadt geplant hat. Diese „Lüdenscheider Rundgänge“, initiiert von Mitglied Barbara Niclas, sind verwirklicht und an 23 Stationen in der Altstadt mit QR-Codes zu finden. Sigrid Schroeder stellte das „Engelbärt-Kostüm“ im Bild vor, das vom Geschichts- und Heimatverein angeschafft und vom Altstadt-Verein mit gesponsert wurde. Der kleine „Engelbärt“ ist Darsteller in einem Werbefilm und wird zudem einige der 23 Stationen kindgerecht erklären.

Anschließend trug Birgit Mosbleck den Kassenbericht vor. Das Geschäftsjahr 2019 schloss mit leichtem Plus, das Jahr 2020 mit einem Minus. Kassenprüfer Martin Auth konnte bei der Prüfung der Konten keine Beanstandungen feststellen; der Vorstand wurde entlastet. Wahlleiter Andreas Jennen führte durch die Wahlen. Kassenprüfer Martin Auth und Stellvertreterin Hannah Hardegen wurden in ihren Ämtern wieder bestätigt, ebenso Vorsitzende Sigrid Schroeder. Für Harald Weidlich, der aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr kandidierte, nahm seine Frau Barbara Niclas Dankesworte und ein Präsent für fünf Jahre Vorstandsarbeit entgegen. Neuer 2. Vorsitzender ist Marco Schwarzkopf. Kassenführerin bleibt Birgit Mosbleck. Gudrun Behrla, Barbara Niclas, Yasmine Schmitz, Klaus Kerstein und Marco Köhler werden als Beiratsmitglieder wiedergewählt, neu hinzu kommen Andreas Jennen, Thomas Dißmann und Harald Weidlich.

Weitere Stichworte: Poller – Um bei Veranstaltungen in der Ober- und Altstadt Sicherheit durch Zufahrtsschutz zu bekommen, hat der Verein erneut vorgeschlagen, den Restbetrag aus dem „Mensch Altstadt“-Verfügungsfond für Poller-Installation zu verwenden.

IHK – Die Bauarbeiten in Alt- und Oberstadt haben begonnen, der Spielplatz ist komplett abgeräumt. Bei einigen Punkten musste der Vorstand gemeinsam mit Vertretern von STL und Stadt Kompromisslösungen erarbeiten, um Interessen zu wahren. Aktuelle Zeichnungen zum geplanten Spielplatzaufbau lösten weitere Diskussionen aus.

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