Auseinandersetzung mit Spitze des Perthes-Werkes in Lüdenscheid

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Vier der sechs zurückgetretenen Kuratoriumsmitglieder, die die Arbeit des Perthes-Werkes ehrenamtlich begleiteten (v. l.): Margarethe Rehm, Matthias Hirth (ehemaliger Vorsitzender), Ratsmitglied Bernd-Rüdiger Lührs und Luise Reininghaus.

LÜDENSCHEID - In der Auseinandersetzung mit der Spitze des Perthes-Werkes haben am Dienstag vier der sechs ausgetretenen Kuratoriumsmitglieder noch einmal gegen den Vorstandsvorsitzenden der evangelischen Diakonie-Organisation, Dr. Werner M. Ruschke, Stellung bezogen.

„Es kann nicht sein, dass wir solche wichtigen Personalien der Zeitung entnehmen müssen“, sagte Ratsmitglied Bernd-Rüdiger Lührs mit Blick auf den bevorstehenden Abschied von Hans-Peter Osterkamp, dem langjährigen Leiter des Amalie-Sieveking- Hauses. (LN berichteten.) Der Text der Kuratoriumsordnung des Perthes-Werkes wird diesbezüglich völlig unterschiedlich ausgelegt: „Der Vorsitzende/die Vorsitzende des Kuratoriums ist bei der Einstellung und Entlassung der Einrichtungsleitung beteiligt“, heißt es dort.

„Übergang in passive Altersteilzeit keine Entlassung"

„Wir interpretieren das so, dass das Kuratorium sowohl bei Osterkamps Abschied als auch bei der Auswahl seines Nachfolgers zu beteiligen gewesen wäre, “ betonte Lührs. Dieses Ansinnen wird jedoch von Dr. Werner M. Ruschke zurückgewiesen: Osterkamps Übergang in die passive Phase seiner Altersteilzeit sei keine Entlassung und falle deshalb nicht unter diese Regelung, erklärte er im Gespräch mit den LN.

Die zurückgetretenen Kuratoriumsmitglieder sehen sich angesichts solcher Informationsdefizite nicht mehr in der Lage, „die Arbeit der Einrichtung zu fördern und Verständnis für sie in der Öffentlichkeit zu wecken“, wie es in der Satzung heißt. „Früher wurde mir nicht vordoziert, wie ich die Ordnung des Perthes-Werkes zu verstehen habe“, sagte Matthias Hirth. „Man kann alles Mögliche machen, aber man muss die Mitarbeiter mitnehmen“, ergänzte Margarethe Rehm. So gebe es keine vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Kritik an Informationspolitik zu Bauvorhaben

Kritik übte das Quartett auch an der Informationspolitik hinsichtlich der Bauvorhaben des Perthes-Werkes: Auch hier seien die Kuratoriumsmitglieder nicht angemessen an den Planungen beteiligt worden. Bernd-Rüdiger Lührs äußerte sogar Bedenken gegenüber dem Standort Annabergstraße, an dem das neue Altenheim gebaut werden soll: „In einem Winter wie diesem gibt es dort weder eine Anlieferung, noch freie Bahn für einen Notarztwagen.“ Dr. Werner M. Ruschke besprach die Lage gestern mit Bürgermeister Dieter Dzewas. - thk

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