Innenstadt-Test wird abgelehnt:

Radeln in der City bleibt verboten – vorerst

Fürs Radfahren auf der Wilhelmstraße wird es keine Erlaubnis geben, für die Plätze womöglich aber neue Überlegungen.

LÜDENSCHEID ▪ Nicht einmal das Flehen des scheidenden Verkehrsplaners Hans Hutya, der für seine Kollegen im Rathaus eine neue Chance für eine Radfahrplanung auf Stern- und Rathausplatz erbat, konnte SPD und CDU Mittwochabend im Bau- und Verkehrsausschuss erweichen: „Ich würde Herrn Hutya in seiner letzten Sitzung ja gerne einen Gefallen tun, aber wir haben klar gesagt, dass wir das nicht wollen“, erklärte SPD-Fraktionschef Ingo Diller.

Unnachgiebig blieb auch Hansjürgen Wakup (CDU): Der von Michael Wülfrath für die FDP vorgetragene Vorschlag, das Befahren der Plätze als sichere Querung für Radler vom Sauerfeld in Richtung Bahnhof testweise zu erlauben, fand keine Gnade in den Augen des Christdemokraten.

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Als damit klar war, dass hier durch eine Große Koalition ein endgültiger Beschluss gegen jedwede Nutzung der Innenstadt für Drahtesel anstand, zog Fachbereichsleiter Martin Bärwolf die Notbremse – und die gesamte Vorlage für einen dreimonatigen Radfahrtest in der Innenstadt zurück. Damit war weiteren Debatten augenblicklich die Grundlage entzogen, allerdings auch mit der Folge, dass das Thema City-Radeln in abgewandelter Form durchaus in den Ausschuss zurückkehren kann. Bärwolf begründete den Rückzieher denn auch damit, dass die Stadtverwaltung hier nur Vorschläge von Bürgern aus dem 1. Radfahrforum vom Januar präsentiert habe. Da in wenigen Wochen das 2. Forum anstehe, könne man den dort versammelten Radlern die Bedenken der Politik nochmals erläutern und sich neue Lösungsansätze überlegen, ohne gleich alles zunichte gemacht zu haben. Auch die Belange der Radler seien schließlich nicht ohne weiteres zu übergehen.

Zuvor hatten alle Politiker eine Radel-Erlaubnis für die steile und enge Wilhelmstraße klar ausgeschlossen. Wülfrath nannte indes eine zweite mögliche Querung: vom Sauerfeld (Kulturhaus) über den Karussellplatz, und die könne auch die Wilhelmstraße berühren. Ob hier oder über die Plätze – es gehe darum, die Radfahrer vor möglichen schweren Unfällen mit Autos auf dem heute nötigen Umweg übers Sauerfeld durch den Rathaustunnel und den Eselsrücken zu bewahren, erklärte Hutya. Denn diese Unfälle gingen in der Regel schlimmer aus als Rempeleien von Radlern gegen Fußgänger. Davon habe es auf der Wilhelmstraße in den letzten fünf Jahren nur eine einzige gegeben – allerdings unter den Bedingungen des geltenden Verbots.

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