Baumaßnahmen sollen Ende 2022 beendet sein

A45 bei Lüdenscheid: Nie wieder Stau für 25 Jahre? 

A 45 Bauarbeiten Asphalt Stau
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Wenn alles nach Plan läuft, sollen die Baumaßnahmen, die in drei Abschnitten ausgeführt werden, Ende 2022 beendet sein.

Auf insgesamt drei Kilometern rollt der Verkehr zwischen Meinerzhagen und Lüdenscheid-Süd ab Talbrücke Homert bis kurz vor der Ausfahrt seit Donnerstag über frisch verlegten Gussasphalt. Damit ist der erste von drei Bauabschnitten der Erhaltungsmaßnahme abgeschlossen. Das teilte die zuständige Autobahn Westfalen mit.

Lüdenscheid/Meinerzhagen – „Wir sind damit voll im Zeitplan“ erklärte Susanne Schlenga, Pressesprecherin der neuen Autobahn-Bundesbehörde. Wenn alles nach Plan läuft, sollen die Baumaßnahmen, die in drei Abschnitten ausgeführt werden, Ende 2022 beendet sein. So lange müssen sich Autofahrer auf der A45 zwischen Lüdenscheid und Meinerzhagen noch auf Verkehrsbeeinträchtigungen einstellen.

Insgesamt wird die Fahrbahn der A45 auf einer Länge von fünf Kilometern in beiden Fahrtrichtungen in unterschiedlichen Tiefen erneuert. „Je nach Zustand bauen wir die drei Schichten der Fahrbahn komplett neu auf“, erklärt Andree Schmatloch, Bauingenieur in der Außenstelle Hagen der Autobahn Westfalen.

Um den Verkehr möglichst wenig zu beeinträchtigen, waren bereits vor dem Aufbringen der Deckschicht eine 22 Zentimeter dicke Tragschicht sowie eine neun Zentimeter starke Bindeschicht verlegt worden. In der vergangenen Woche wurde zunächst auf einem Teilstück zwischen Homertbrücke und dem Rastplatz Schwiendahl mit dem Auftrag einer drei Zentimeter starken Gussasphaltschicht begonnen. Dafür wurde eine schwimmend gelagerte Asphaltbohle installiert, die den rund 200 Grad heißen Asphalt, der mit Lkw im ständigen Pendelverkehr von einem Werk in Hagen-Vorhalle angeliefert wird, gleichmäßig verteilt und verdichtet. Im Zuge der Baumaßnahmen wurde auch der Zugang zu den Notrufsäulen behindertengerecht ausgebaut und die Schutzplanken erneuert.

Aufbringen des neuen Asphalts ist die Königsdisziplin der Straßenbauer.

„Gussasphalt ist leiser, länger haltbar und verbraucht in der Herstellung weniger Energie, und dieser Asphalt ist sehr dicht“, erläutert Andreas Werth, der die Bauüberwachung an der A45-Baustelle übernommen hat. „Würde darunter Wasser eingeschlossen, kann sich die Deckschicht nicht mit der darunter liegenden Binderschicht verbinden. Fahrbahnschäden wären so programmiert.“ Für die Autobahn Westfalen war es also entscheidend, dass der Sommer – und damit trockenes Wetter – endlich ein paar Tage zurückgekehrt ist. Für die Männer, die vor der gut zwölf Meter breiten so genannten Asphalt-Bohle arbeiten, macht es dagegen keinen Unterschied, ob die Sonne scheint oder nicht: Sie schwitzen angesichts des heißen Materials, das sie bis auf den letzten Rest aus den anliefernden Lkw kratzen, sowieso.

Wir nehmen in regelmäßigen Abständen Materialproben, um sie im Labor auf die geforderte Qualität zu untersuchen.“

Andreas Werth

Andreas Werth schaut genau hin, wenn die drei Schaufeln Gussasphalt in bereitstehende Grillschalen für die Proben gefüllt werden. „Wir nehmen in regelmäßigen Abständen Materialproben, um sie im Labor auf die geforderte Qualität zu untersuchen“, erklärt der Bauüberwacher. Aus der 22 Zentimeter dicken Tragschicht und der darüber liegenden neun Zentimeter starken Binderschicht wurden Bohrkerne gezogen. Vom Gussasphalt, der die letzte drei Zentimeter dicke Schicht bildet, möchte man die Probe zerstörungsfrei nehmen – darum die Grillschalen.

Aufbringen des neuen Asphalts ist die Königsdisziplin der Straßenbauer. „Gussasphalt ist eine Mimose, wenn es um den Einbau geht“, sagt Bauüberwacher Werth, aber wenn die Decke erst einmal liegt, hält sie viel aus. „Dieser Asphalt schafft locker 25 Jahre“, verspricht Werth. Andere Mischungen kämen bei entsprechender Verkehrsbelastung schon nach der Hälfte der Zeit an ihre Grenzen.

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