Kein Parkhaus ohne Ärzte

Über den Schienenstrang soll eine Brücke von der Phänomenta auf der linken Seite in das geplante Parkhaus auf der rechten führen. Doch mit dem Ärztehaus-Neubau an der Bahnhofsallee steht jetzt auch das Parkhaus in Frage.

LÜDENSCHEID - Mit dem auf Eis gelegten Ärztehaus-Bau auf der Ladenzeile an der Bahnhofsallee wackelt auch das gegenüber geplante Parkhaus am Bahnhof. Beide Projekte werden bekanntlich vom Düsseldorfer Büro RMA geplant. Dessen Entscheidung, ob das Ärztehaus 2012 kommt, soll nach einer Ärzte-Abfrage im Frühjahr fallen, wie die LN jetzt auf Anfrage erfuhr.

Bei einem Nein zum Ärztehaus gebe es allerdings kaum noch Chancen für einen wirtschaftlichen Betrieb des Parkhauses, erklärte gestern Bernd Beckers. Er ist Geschäftsführer der Mönchengladbacher ParkConsult GmbH und Berater der RMA für das Bahnhofs-Parkhaus.

In Gladbach ruhe das Lüdenscheider Projekt derzeit in der Schublade. Zum einen, weil eine Umfrage der städtischen Wirtschaftsförderung kein hinreichendes Interesse der Denkfabrikanten an Stellplatz-Anmietungen ergeben habe. Und erst recht, nachdem mit dem Ärztehaus ein weiterer Frequenzbringer in Frage steht. Nur das Ärztehaus und ein reiner Mitarbeiterparkplatz am Finanzamt könnten das Projekt wegen zu erwartender Kurzzeitparker für ihn wieder interessant machen,  erklärte Beckers.

Ohne Ärztehaus käme demnach auch das Parkhaus vorläufig nicht. In dieses 400 Plätze fassende Gebäude sollte aber nach jüngsten Plänen der Stadtverwaltung auch die öffentlich gewidmete Brücke führen, auf der Fußgänger dann 24 Stunden lang von der Gustav-Adolf-Straße über die Gleise ins neue Bildungsquartier spazieren können.

Die Brücke zählt als Verbindung der beiden Denkfabrik-Bereiche zu den vorrangigen Baumaßnahmen. So hatte die Stadt sie zuletzt gegenüber den Landesministerien dargestellt, von denen sie millionenschwere Fördermittel im Rahmen der Regionale 2013 erhofft. Die Zusage erwartet das Rathaus bekanntlich in einem Gespräch Ende Januar in Düsseldorf. Bereits gestern ließ sich Landes-Wirtschaftsminister Kurt Harry Voigtsberger in der Phänomenta über das Regionale-Projekt Denkfabrik informieren.

Nach den jüngsten Entwicklungen stellt sich jedoch die Frage: Wo endet eine vorrangig zu bauende Brücke, wenn auf der Bahnhofsseite kein Parkhaus steht?

Darauf reagierte Stadtplaner Lars Bursian gestern gelassen: Der Brückenbau hänge nicht von der zeitgleichen Errichtung eines Parkhauses ab. Im Rahmenplan seien die Bauwerke sogar getrennt voneinander dargestellt und könnten auch nacheinander verwirklicht werden.

Zwar wünsche man sich die immerhin noch mögliche Symbiose beider Bauwerke wegen positiver Effekte für Phänomenta-Besucher und Parkhaus-Betreiber. Doch im Zweifel werde die Brücke auf der Bahnhofsseite keinesfalls in der Luft hängen bleiben: Sie könne in einer Serpentine oder einem Aufzug behindertengerecht nach unten geführt werden. Hierzu sollen auch die Planer im Architektenwettbewerb für Brücke und Parkhaus Ideen entwerfen. Dieser Wettbewerb soll starten, sobald Düsseldorf die Förder-Zusagen gibt.

Die Stadt bleibt auch fürs Parkhaus optimistisch: Laut Bursian sind nach Förderzusagen und Baustarts auch anfangs zurückhaltende Beteiligte oft gerne wieder dabei. Und am Bahnhof ginge es dann auch um die Fachhochschule, das Technikzentrum oder eine Phänomenta mit 100 000 Besuchern im Jahr.

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