Kein klarer Trend nach Rauchverbot

Lüdenscheid - Das Nichtraucherschutzgesetz ist seit rund acht Monaten in Kraft und sorgt immer noch für Gesprächsstoff in den Lüdenscheider Kneipen. Während Gastwirte vereinzelt keinerlei Probleme mit dem Rauchverbot in ihren Lokalen haben, klagen andere über Umsatzeinbußen und fordern die Rückkehr der „guten alten Zeiten“.

Nach einer kleinen Umfrage unter heimischen Gastronomen kristallisiert sich allerdings kein klarer Trend heraus. Offenbar hängt das Wohl und Wehe von der Art der Kneipe ab.

So sagt beispielsweise Phillip Nieland, Betreiber des Clubs „Johnny Mauser“ im Untergeschoss des Forums am Sternplatz, dass sich „außer den Gewohnheiten“ seiner Gäste kaum etwas geändert habe – auch nicht die Umsätze. Nieland: „Ich kann nichts Negatives sagen. Unsere Gäste gehen halt vor die Tür.“ Vor dem „Mauser“ sorgen Heizpilze für erträgliche Temperaturen. Getränke dürfen allerdings nicht mit nach draußen genommen werden. „Wir haben auch in den Anfangszeiten nach Einführung des Rauchverbotes nur ganz selten mal jemanden erwischt, der sich darüber hinwegsetzt.“

„Unsere Events im Saal laufen nach wie vor“, sagt Jürgen Wigginghaus, Veranstalter in der Gaststätte Dahlmann an der Grabenstraße. Insgesamt sei es, auch an den Wochenenden, ein bisschen ruhiger geworden. Daran hat offenbar auch die Investition in einen wettersicheren Unterstand neben dem Haus nichts geändert. Aber Wigginghaus bleibt optimistisch. „Wenn es auf der einen Seite nicht mehr so gut läuft, muss man sich auf der anderen Seite halt neue Einnahmequellen erschließen.“ Zum Beispiel einen Mittagstisch. Wigginghaus: „Ein Wirt darf einfach nicht stehenbleiben und darauf warten, dass von ganz alleine irgendwas passiert.“

Reidemeister-Wirt Klaus Stange gehört hingegen zu der Fraktion, die ein Ende des Rauchverbots fordert. „Ich habe 40 Prozent Umsatz eingebüßt seither.“ Andere Bundesländer ruderten ja auch wieder zurück, so Stange. „Ich finde nach wie vor, man sollte es jedem Wirt selbst überlassen!“

Olaf Moos

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