Nach Aus für "Tommywood"

Kein Forum-Plan in Lüdenscheid in Sicht

Sanierungsbedarf schon vor 24 Jahren: Damals bekam das frühere Knödler-Zentrum durch einen neuen Eingang sein heutiges Gesicht.

LÜDENSCHEID - „Im Forum muss etwas geschehen“. „Keine einfache Immobilie“, Suche nach dem „großen Wurf“, nach Wiederbelebung, neuen Mietern, dem richtigen Mix: Die LN-Schlagzeilen der vergangenen 25 Jahre nennen Schlagworte, die bis heute aktuell sind. Mit dem offiziellen „Aus“ für „Tommywood“ zum 30. September fehlt künftig wieder der große Magnet, fällt Laufkundschaft für die Geschäfte weg.

Vor 25 Jahren ersteigerte der Berliner Kaufmann Erich Wächter das alte Knödler-Zentrum für mehr als fünf Millionen Mark und investierte Millionen in den Umbau des unansehnlich gewordenen Komplexes.

Der Berliner Kaufmann war das letzte echte Gesicht hinter der Immobilie, die heute unter vielschichtigen Eigentumsverhältnissen leidet und auswärts sitzende Ansprechpartner hat. Die äußern sich, wenn überhaupt, nur ungern und ganz allgemein. Den Eindruck, dass ernsthaft über eine tragfähige wirtschaftliche Zukunft des verbauten Komplexes nachgedacht wird, vermittelt das nicht.

So heißt es bei der Immobilienverwaltung in Hamminkeln, die sich für die Lanber GmbH um die „Tommywood“-Räume kümmert, dass man sich mit Sicherheit Gedanken machen müsse: „Aber im Moment gibt’s nichts zu sagen.“ Und nein, sonst könne auch niemand etwas sagen.

Die fristgerechte Kündigung hatte Betreiber Thomas Gnatowski, wie berichtet, überrascht. Anstehende Brandschutzmaßnahmen seien als Begründung genannt worden, 400 alle drei Monate überprüfte Brandmelder genügen den jüngsten Standards nicht mehr. Also konzentriert sich der inzwischen nach Halver umgezogene Gnatowski wieder aufs Kerngeschäft, die Veranstaltungsorganisation: „Das Weihnachtsgeschäft läuft auf Hochtouren!“

In viereinhalb Tommywood-Jahren habe er „viel lernen müssen und dürfen“, sagt er. Sicher ist zum Schluss aber auch: „Ein Tommywood würde ich nicht mehr aufmachen.“ Aus Besucherreaktionen weiß er: „Manche sind sauer, dass in Lüdenscheid wieder so etwas verschwindet.“ Zum Abschied gehört der Verkauf des Inventars. Allein der große Kletterturm, der neu 300 000  Euro gekostet habe, soll noch 60- bis 70 000 Euro bringen.

Wie es weitergeht, bleibt unklar. Bert Allen, der irische Investor dern hinter der Lanber GmbH steht, habe „nach meinem Wissensstand keine Ambitionen“, sich im Forum grundlegend zu engagieren. Das sagt Immobilienmakler und Projektentwickler Roland Rothmann, mit dem Allen zentrale Objekte wie Ex-Kaufhalle und Gänsegärtchenbebauung realisiert hat.

Aus dem Rathaus gibt es keine neuen Erkenntnisse, und auch die Helvetica Services (Berlin), Gewerbeverwalter für Ladenstraße und Etagen, wiederholt Altbekanntes: „An den Plänen hinsichtlich des Forums am Sternplatz hat sich nichts geändert. Der Betrieb des vorderen Teils des Forums geht unvermindert weiter. Für die Vermietung der Leerflächen werden wir von einem ortskundigen Makler unterstützt. Parallel werden für das Forum derzeit verschiedene Umbauvarianten geplant bzw. geprüft.“

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