Plan hat keine Chance auf Umsetzung

Aus für Escape-Room-Pläne im MK: Das sind die Gründe

Kulturhaus Lüdenscheid
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Ein Durchbruch von der „Sauerfeld-Seite“ aus wäre machbar gewesen. Dann allerdings müsste dort ein WC-Container stehen.

Grundsätzlich eine schöne Idee, aber es spricht so ziemlich alles dagegen: Einen Escape-Room in der Küche des Kulturhaus-Restaurants wird es nicht geben. In der Kulturausschuss-Sitzung Ende Mai stellten die beiden Betreiber von Escape Lüdenscheid an der Karlstraße, Pascal Hülle und Thorsten Maya, im Kulturausschuss vor, wie man einen Escape-Room in der Küche des ehemaligen Restaurants einrichten könnte.

Lüdenscheid - Rätsel, Geheimnisse, verstaubtes Inventar, verschlossene Schubladen, die es zu öffnen gilt – all das sei in der Küche des ehemaligen Restaurants am Kulturhaus präsent: „Andere verwenden Stunden darauf, solche Kulissen zu bauen, und hier sind die einfach vorhanden.“ Das Alleinstellungsmerkmal einer solchen Einrichtung im Kulturhaus und eine mögliche Tourismusförderung führten die beiden ins Feld. Man müsse nur wenig umbauen, der Raum biete dagegen viel Potenzial, die Investitionskosten seien gering warben die beiden um ein generelles Votum der Ausschussmitglieder.

Mit dem Auftrag, eine grundsätzliche Machbarkeit zu ermitteln, machte sich das Kulturhausteam im Sommer ans Werk. Das ernüchternde Ergebnis: Der Plan hat keine Chance auf Umsetzung.

„Vom Grundsatz her alles schick, aber die erste Idee, alle Räume zu bespielen, fiel gleich weg“, so Thomas Biedebach, technischer Leiter im Kulturhaus, beim genaueren Hinsehen. Eine temporäre Brandschutzwand müsse möglicherweise dann her, die bis unters Dach geht. Fluchtwege wie der von der Estrade des großen Saals ins Freie bei einer eventuellen Evakuierung des Theatersaales müssten bleiben.

Mauerdurchbruch und WC-Container

Das zweite Szenario: Mit Blick auf eine Ein- und Ausgangssituation ein Mauerdurchbruch Richtung Sauerfeld und damit die Trennung zwischen Escape-Room und Restaurant. „Da müsste dann aber ein WC-Container hin, der optisch an die Fassade des Kulturhauses angepasst werden muss. Allein der ist ziemlich teuer.“

Ich erinnere mich daran, dass da früher die Salatküche war. Und wenn die da Fleisch geklopft haben, hörte man das im Saal!

Thomas Biedebach

Erhebliche Umbauten stünden also ins Haus. Man habe, so Thomas Biedebach, auch einen Klatschtest gemacht. Denn bereits bei der Sitzung Ende Mai wie Norbert Adam (CDU) darauf hin, dass man eine eventuelle Störung des Theaterbetriebes im Auge behalten müsste. Biedebach: „Ich erinnere mich daran, dass da früher die Salatküche war. Und wenn die da Fleisch geklopft haben, hörte man das im Saal!“

Fleisch wird schon lange nicht mehr geklopft in der Restaurantküche, aber selbst das Klatschen in die Hände hört man nebenan auf der Estrade im großen Saal. Undenkbar also, einer fröhlichen Gruppe junger Menschen parallel zu einem Schauspiel im großen Saal lautstarke Siegesfreude über den gefundenen Escape-Ausgang gönnen zu können. Biedebach: „Da muss dann gegebenenfalls eine akustische Barriere gebaut werden.“

So ganz vom Tisch ist ein weiterer Escape-Room für Lüdenscheid nicht. Man wolle, da waren sich die Kulturpolitiker mit Blick auf die Leerstände weitgehend einig, sich nach anderen Räumlichkeiten in der Stadt umsehen.

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