Kein Ausschluss von Muslimen bei Schützenvereinen

Rolf Linnepe sieht beim BSV keinen Handlungsbedarf.

Lüdenscheid - „Bei uns steht so etwas nicht in der Satzung“, betont Rolf Linnepe, Vorsitzender des Bürger-Schützen-Vereins (BSV), auf die Frage, ob nur Christen Schützenkönig werden könnten. Aktuell sorgt der Disput um einen muslimischen Schützenkönig in Werl-Sönnern, der nach Ansicht des übergeordneten Verbandes seinen Titel wieder abgeben soll, für landesweiten Gesprächsstoff.

Von Bettina Görlitzer

Solche Satzungen gebe es in der Regel nur in überwiegend katholisch geprägten Gegenden, die zum Beispiel dem Sauerländischen Schützenbund angeschlossen sind, erklärt Linnepe. „Wir gehören dem Westfälischen Schützenbund an.“ Dessen Satzung kenne er zwar nicht im Detail, aber beim BSV spricht laut dem Vorsitzenden nichts gegen einen muslimischen Schützenkönig, „wenn es einen Kandidaten gibt.“

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Lüdenscheids katholischer Pfarrer Johannes Broxtermann hält es für nicht angebracht, wenn christlich ausgerichtete Institutionen und Vereine in ihrem „katholischen oder evangelischen Saft schmoren“. Er ist überzeugt, dass Migranten anderer Konfessionen das gesellschaftliche Leben bereichern. Allerdings dürfe die Toleranz nicht dazu führen, die eigenen Traditionen und Identitäten aufzugeben. „Das wäre fatal.“ Wer sich einem Verein – oder einer Partei – mit christlichem Profil anschließe, müsse dieses akzeptieren. Muslimische Eltern, die ihre Kinder in katholischen Kindergärten anmelden, wüssten ja auch, dass dort Weihnachten gefeiert werde und Jesus ein Thema sei.

Friedrich-Karl Schmidt, ehemaliger Vorsitzender der Lüdenscheider Schützengesellschaft, sieht für die Bergstädter Schützenvereine kein Problem für einen möglichen muslimischen Schützenkönig, da die Vereine nicht konfessionsgebunden sind. Er persönlich würde sich sogar darüber freuen. Nachvollziehen kann er aber, dass ein muslimischer König nicht in die Welt eines konfessionsgebundenen Schützenvereins passt.

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