Kein Aufnahmestopp bei der Lüdenscheider Tafel

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Dieter Rabenschlag, Vorsitzender der Lüdenscheider Tafel, ist besorgt über die zurückgehenden Lebensmittelspenden.

Lüdenscheid - „Wir schicken niemanden weg“, unterstreicht Hanni Bethke, zweite Vorsitzende der Tafel Lüdenscheid. Verhältnisse wie in der Essener Einrichtung gebe es hier nicht. In der Metropole werden nur noch Bedürftige mit deutschem Pass neu in der Kartei aufgenommen. Hier ist das anders.

„Eine solche Regelung existiert bei uns nicht, wir haben keinen Aufnahmestopp“, ergänzt Dieter Rabenschlag erster Vorsitzender der Tafel. Im Zuge der Flüchtlingswelle habe man aber aufgrund des Andrangs einen generellen Zugangsstopp verfügen müssen. „Das aber ist Vergangenheit. Die Zahl ausländischer Kunden bei der Tafel hat auch hier die 50-Prozent-Marke überschritten.“

Gleichwohl werde die Versorgung nicht auf ein bestimmtes Klientel beschränkt. Bethke: „Hier wird kein Anspruchsberechtigter wegen seiner Herkunft bevorzugt oder benachteiligt. Das Neid-Argument lasse ich nicht gelten, denn es kommt kein Bedürftiger zu kurz.“

Solche unhaltbaren Anschuldigungen kämen oft aus Ecken, die gar nichts mit der Tafel zu tun hätten. „Denen geht es einfach nur um plumpe Stimmungsmache.“ Die Empfänger müssen Hartz IV, Grundsicherung oder Wohngeld beziehen und den offiziellen Bescheid vorlegen.

50 bis 70 Personen pro Tag

An drei Tagen – dienstags, donnerstags und freitags – ist die Ausgabestelle an der Altenaer Straße geöffnet. Rund 50 bis 70 Personen erhalten pro Ausgabetag für sich und ihre Familienangehörigen Lebensmittel, für die sie je nach Umfang zwei, drei oder vier Euro bezahlen.

„Wir sind keine Vollversorger, sondern geben ein ergänzendes Angebot ab“, sagt Rabenschlag Aber das wird zur Zeit immer überschaubarer. „Im Kühlhaus ist kaum noch Ware.“ Von den Discountern und Märkten komme im Augenblick vergleichsweise wenig. „Wir überlegen schon, den dritten Wagen abzuschaffen. Für zwei kleine Kisten lohnt sich die Fahrt nach Menden nicht.“

Trotzdem gebe es für die Empfänger noch keinen Grund zur Klage. Eine „wertvolle Bereicherung“ im Helferteam ist für Bethke und Rabenschlag ein junger Syrer, der sich mit der arabischen Klientel in deren Muttersprache unterhalten könne. „Das entspannt die Atmosphäre ebenso wie manch freundliches Wort.“

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