Verkaufsabsichten nicht nur für St. Petrus und Paulus und St. Hedwig

Katholische Kirche will sich von weiteren Gotteshäusern trennen

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Was wird aus der Kirche St. Joseph und Medardus?

Lüdenscheid – Nach den jüngst bekannt gewordenen konkreten Verkaufsabsichten für die Kirchen St. Petrus und Paulus und St. Hedwig droht den katholischen Gläubigen der Verlust weiterer Gotteshäuser in Lüdenscheid.

Demnach könnten bis 2030 zwei weitere Kirchen veräußert werden, sagte auf Anfrage Pfarrer Andreas Rose von der Pfarrei St. Medardus. Damit bliebe in elf Jahren von den aktuell fünf katholischen Kirchen in Lüdenscheid nur noch eine. 

Welche das sein wird, darüber ist ein Richtungsstreit innerhalb der Gemeindegremien von St. Medardus entbrannt. Neben der stadtbildprägenden Kirche St. Joseph und Medardus gibt es nämlich auch Fürsprecher für die Kirche Maria Königin. Keine Rolle spielt in der Debatte die Kirche St. Paulus in Brügge. 

Eine Kirche als zentraler Anlaufpunkt

Festgelegt ist, dass nur eine Kirche zentraler Anlaufpunkt für die Gemeindeglieder sein soll. Hier soll dann auch in einen Umbau investiert werden – damit sich die Kirche künftig offener, moderner und flexibler präsentiert, wie Pfarrer Rose betont. 

Ursprünglich sollte die Standortentscheidung bereits im Juni fallen. Vermutlich werden sich Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat aber noch einmal vertagen – und sich erst im Oktober festlegen. 

Kirchenvorstand lässt sich noch eine Tür offen

Der Kirchenvorstand lässt sich aber noch eine Tür offen. Er hat beschlossen, dass ein Votum für einen zentralen Standort es nicht ausschließt, „mehrere sakrale Standorte im Stadtgebiet zu erhalten.“ Rund 15.000 Katholiken gehören zur einzigen Lüdenscheider Pfarrei St. Medardus – rund 1000 von ihnen würden regelmäßig die Messen besuchen.

„Das ist aber nur an einem Tag in der Woche. Die Gebäude stehen sechs Tage in der Woche leer“, sagt Pfarrer Rose. Zudem sehen die Prognosen bis 2030 einen deutlichen Rückgang bei Gemeindegliedern, Kirchensteuerzahlern und Priestern vor. Die Infrastruktur müsste dem angepasst werden. „Wir wollen jetzt schon handeln und nicht erst, wenn es zu spät ist“, erklärt Rose, der Verständnis für die Sorgen der Gemeindemitglieder zeigte. 

Hier geht`s zur Vorgeschichte

Vorschläge des „Aktionskreises für mehr Kirchen“ zur Umnutzung der zum Verkauf stehenden Kirche St. Petrus und Paulus in ein „sakrales und internationales Zentrum des Friedens“, in dem Konzerte stattfinden, erteilte der Pfarrer aber eine Absage.

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