Katholiken gedenken ihrer Verstorbenen

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Pfarrer Johannes Broxtermann segnet die Patorengräber auf dem katholischen Friedhof.

Lüdenscheid - Allerheiligen ist für die Katholiken der Tag im Jahr, an dem sie in besonderer Weise ihrer Verstorbenen gedenken. Zur traditionellen Gräbersegnung kamen am Freitagnachmittag Hunderte von ihnen zum katholischen Friedhof an der Rahmedestraße. 

Johannes Broxtermann, Pfarrer in St. Medardus, hielt die Predigt, zu der sich die Menschen im Nieselregen versammelten. „Grabsteine sind Grenzsteine“ – diesen Gedanken stellte Johannes Broxtermann in den Mittelpunkt seiner Andacht. Vor den Katholiken, die die Gräber ihrer Angehörigen aufsuchten, entwarf Broxtermann das Bild von den Verstorbenen als Bewohnern eines anderen Landes, „die immer noch zu uns gehören“. Sie wurden an diesem Tag auf dem Friedhof besucht. Inspiriert wurde Broxtermann für sein Bild von den Grabsteinen als Grenzsteinen von dem us-amerikanischen Romanautor Jonathan Franzen, erzählte der Pfarrer.

„Paradies, Himmel, Ewigkeit“ – dieses andere Land habe viele Namen, „aber nur ein Sprache, die der Liebe“, betonte Broxtermann. Über die Verstorbenen sagte er: „Sie sind uns voraus“, während die Lebenden noch unterwegs seien als Gäste auf der Erde, „oft auf mühsamen Wegen.“

Zur Segnung der Gräber gehört es, sie mit Weihwasser zu besprengen – dies erinnere an das Taufwasser und damit an den Beginn des christlichen Lebens, erklärte Broxtermann, bevor er traditionell als erstes die Pastorengräber segnete.

Die meisten Gräber waren rechtzeitig zu diesem Gedenktag fein herausgeputzt und mit winterlicher Bepflanzung sowie Grabschmuck versehen worden. Gestern kamen dann traditionell noch die Grablichter hinzu. Hunderte davon sammelten sich auch vor der Christusstatue im Zentrum des Friedhofes – aufgestellt von denjenigen, die die Gräber ihrer Angehörigen gestern nicht besuchen konnten, weil sie zu weit weg sind. - Von Bettina Görlitzer

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