Countdown in Richtung Kulturwoche

"Monster" auf dem Rathausplatz: Tiermensch in Ketten

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Katharinas Schaubude auf dem Rathausplatz: Die Clownsfrau nahm ihr Publikum mit auf eine nostalgische Reise.

Lüdenscheid – Die Kulturwoche der Integrativen Kulturwerkstatt Alte Schule feiert in diesem Jahr ihr 20-jähriges Bestehen. Zum „Countdown“ – die Kulturwoche findet in der ersten Juli-Woche statt – gehörten am Samstag zwei Open-Air-Events der Integrativen Kulturwerkstatt auf dem Rathausplatz.

Ein ebenso buntes wie turbulentes Kindertheaterstück brachten die beiden Schauspielerinnen Beate Albrecht und Janina Sasse auf die Bühne. Die aktionsreiche Geschichte des von den beiden Akteurinnen selbst verfassten Werkes dreht sich um Prinzessin Tilly und Ritterstochter Tonja, die sich gemeinsam auf die Jagd nach einem wild brüllenden und übel riechenden Drachen begeben.

Ohne großen Aufwand schafften es die beiden Schauspielerinnen vortrefflich, insbesondere die kleinen Zuschauer durch ihre sympathische, tollpatschige Art für sich einzunehmen und mit vielen Slapstick-Szenen zu begeistern, bei denen sie dem Drachen unter anderem eher unfreiwillig einen Zahn mit einem dicken Karies-Loch zogen. Die eine oder andere pädagogische Botschaft, dass zum Beispiel der Karies durch zu hohen Pralinenkonsum kommt, wurde auf diese Weise den kleinen Zuschauern ganz beiläufig vermittelt.

Bei Katharinas Schaubude wurde es dagegen zumindest phasenweise gruselig. Mit ihrem alten Schaubudenwagen, mit dem die Schausteller vor langer Zeit durch die Lande tingelten, knüpft Clown-frau Katharina Witerzens genau an diese Tradition an. Mit dabei hat sie einige typische Jahrmarktattraktionen aus alter Zeit.

Zum Beispiel schlüpft sie in die Rolle der kleinwüchsigen „Prinzessin Perla“, deren Gesang die Zuschauer betört. Der schaurige Tiermensch mit Buckel, großen Krallen und ausdruckslosem Gesicht verließ den Schaubudenwagen dagegen zunächst an mächtigen Ketten – doch selbst, als sich das Monster von seinen Ketten löste, konnte das die mutigen Kinder auf dem Rathausplatz kaum erschrecken.

Sympathischer kam dagegen die asiatische Papierreißkünstlerin Ching Chang Fu daher, die einem Jungen mit wenigen Handgriffen einen riesigen, bunten Hut aus Seidenpapier zauberte. Die insgesamt drei Aufführungen waren für kleine wie für große Zuschauer unterhaltsam, amüsant und originell.

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