Katerstimmung schon am frühen Nachmittag

LÜDENSCHEID ▪ Die Erwartungshaltung ist enorm hoch. Gegen 11 Uhr haben Brauhaus-Chef Friedhelm Drüppel und sein Team schon 330 Fans einen Stempel aufgedrückt und entsprechend viele Becher verteilt.

Schülerinnen und Schüler der Staberger Gymnasien nutzen die Pause, um sich schon mal den Eintritt zum Spiel Deutschland gegen Serbien zu sichern. Bis kurz vor der Halbzeitpause streifen schwarz-rot-gold-gefärbte Gruppen durch die Innenstadt, auf der Suche nach einer Kneipe, die sie noch hereinlässt. Lüdenscheid ist nicht gerade zur Geisterstadt geworden, aber das geschäftige Treiben hat merklich nachgelassen. Die Baustelle an der Ex-Kaufhalle ruht, der Rathausplatz ist fast menschenleer – bis auf die Außenterrasse vor dem „Extrablatt“, auf der sich fröstelnd mehr als 100 Zuschauer vor den Bildschirmen versammelt haben. Drei Herren vor der „Eis-Lise“ demonstrieren lässiges Desinteresse, gegenüber in der Hirsch-Apotheke läuft ein Fernseher. Aber nur für die Mitarbeiter. Kunden sind nicht da. So wie in den meisten Geschäften in der Fußgängerzone.

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Public Viewing Serbien gegen Deutschland

Nach dem Abpfiff und der 0:1-Niederlage herrscht dann allerdings schon am frühen Nachmittag Katerstimmung, nicht nur im proppenvollen Brauhaus, sondern auch bei Dahlmann oder im Reidemeister. Statt per Auto-Korso und Hupkonzert durch die Stadt zu fahren, schlappen nicht wenige gesenkten Hauptes nach Hause, die Deutschlandfähnchen unterm Arm und geknickt ob der schwachen Leistung des deutschen Teams. Doch wenn der Fußballnachmittag schon mal verhagelt ist, bleiben doch einige in der Stadt, um sich mit einem kühlen Getränk den Frust von der Seele zu spülen. Im Rosengarten hilft dabei Dirk Weiland, der unverzagt Stimmungslieder durch die Lautsprecher bläst. Noch ist ja nichts verloren: Mittwochabend geht‘s schließlich noch gegen Ghana, und dann ist die Katerstimmung längst verflogen – beim Löw-Team hoffentlich auch.

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