Kartenklau und Ärger mit der Polizei

LÜDENSCHEID ▪ Opfer eines Diebstahls wurde kürzlich Miriam Otters. Ihre Kreditkarte fehlte am Ende des Arbeitstages. Sofort wandte sie sich an die Polizei und meldete den Schaden und auch einen konkreten Verdacht.

„Doch ich bin recht unfreundlich abgewiesen worden. Ich hatte den Eindruck, das interessiert nicht.“ Ihr Eindruck trog nicht, denn schon nach wenigen Tagen bekam sie Post von der Staatsanwaltschaft. Das Verfahren sei eingestellt. Doch so schnell gab die 25-Jährige nicht auf, rückte den Polizeibeamten wieder auf die Pelle, nachdem sie selbst recherchiert und herausgefunden hatte, dass mit ihrer Kreditkarte, kurz bevor sie sie gesperrt hatte, in Bochum für rund 1000 Euro in verschiedenen Geschäften eingekauft worden war. „Ich habe die Geschäfte aufgelistet, die Uhrzeiten, wann mit meiner Karte Waren gekauft worden waren. Im Prinzip habe ich die Recherche, die eigentlich von der Polizei durchgeführt werden sollte, übernommen.“ Dennoch traf sie wieder auf Polizeibeamte, die sich schon vorher wenig hilfsbereit gezeigt hatten. Ihre Unterlagen seien verlorengegangen, musste sie schließlich hören.

Da platzte ihr der Kragen und sie nahm persönlich Kontakt zu Polizeirätin Alexandra Füchter auf, seit Oktober stellvertretende Leiterin der Polizeiinspektion Süd. Die 39-Jährige ging der Sache nach. „Ich habe mich über das Verhalten der Kollegen geärgert. So etwas geht nicht“, betonte sie gegenüber den LN.

Unverzüglich beraumte sie Vier-Augen-Gespräche an und machte deutlich, dass solche Versäumnisse nicht auftreten dürfen. „Für mich gilt nach wie vor der Grundsatz ‚Die Polizei, Dein Freund und Helfer‘“, unterstrich Alexandra Füchter. Polizeisprecher Dietmar Boronowski erklärte, die Polizei verstehe sich als Dienstleistungsbehörde, deren Aufgabe es sei, die Bürger zu unterstützen und ihnen hilfreich zur Seite zu stehen. „Unser Anspruch ist ein anderer als ihn die Kollegen demonstriert haben. „Das war nicht in Ordnung und wird intern Konsequenzen haben.“

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