Der Bergbau und der Bleiklau

+
Das Buch ist mit vielen stimmungsvollen Bildern illustriert.

Lüdenscheid - Wenn man Karsten Binczyk ein Stichwort gibt, sprudelt es nur so aus ihm heraus. Die Geschichte von dem geklauten Blei, das unter Tage gebunkert und anschließend unter der Hand verkauft wurde, zum Beispiel. Der abgebrannte Bauernhof hier, das gefundene Werkzeug der Bergarbeiter dort, Löcher, die sich plötzlich im Erdboden auftaten und den Blick in eine Zeit freigaben, die längst vergessen war. Zwei Jahre hat Binczyk intensiv recherchiert. Herausgekommen ist dabei ein 60 Seiten starkes Heft in Hochglanz, das druckfrisch auf dem Markt ist.

„Der Bergbau im oberen Schwarze-Ahetal bei Herscheid“ heißt diese Zusammenfassung des Bergbaus im Grenzgebiet zwischen Lüdenscheid und Herscheid. „Da wurde schon vor 500 Jahren Bergbau betrieben. Die haben Eisenerz, Blei und Schwerspat abgebaut“, sagt er. Letzterer wird zum Beispiel in Form von feinem Pulver als Röntgenkontrastmittel gebraucht und macht auf den Röntgenbildern dunkle Stellen, da er Röntgenstrahlung gut absorbiert. Über den Bergbau in diesem Gebiet gab es bis dato unterschiedliche Kenntnisse. Vor rund zwei Jahren machte sich Binczyk auf, die neueren Forschungen zusammenzutragen. Nachdem vor zwei Jahren im Zuge des dortigen Straßenbaus Stollen, aber auch historische Werkzeuge auftauchten, führte den Hobbyhistoriker sein Weg durch verschiedene Staatsarchive bis zur Uni in Heidelberg. Erstaunliches brachte er bei seinen theoretischen und praktischen Forschungen wieder „über Tage“. So ist sein Werk gespickt mit Erzählungen über Unglücksfälle, zusätzliche Stollen, die Herkunft des Wortes „Silberg“, aber auch mit einer Abhandlung über den Umbau zum Grubenlehrpfad Mitte der 70er-Jahre, der im Laufe der Jahrzehnte verfiel und seit 2006 seine Renaissance erlebt. „Es wird Zeit, der nächsten Generation die Heimatgeschichte wieder näher zu bringen“, schreibt Binczyk, der Mitglied im Arbeitskreis „Bergbau im Sauerland“ des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe ist, in seinem Buch.

Das Buch beinhaltet viele Fotografien und Zeichnungen. Gedruckt wurden 200 Exemplare. Zu haben sind sie für 19 Euro im Antiquarium an der Sauerfelder Straße und beim Bilderprofi an der Friedrichstraße. - rudi

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare