Haitzinger-Ausstellung wird am Freitag um 19 Uhr eröffnet

Mit dem Stift, aber auch mit dem Pinsel ist Horst Haitzinger erfolgreich.

LÜDENSCHEID - Die letzten Karikaturen kamen am Dienstag per Post nach Lüdenscheid. „Das sind seine neuesten Sachen“, sagt Kuratorin Dr. Carolin Krüger-Bahr.

Seit Tagen bewegt sie sich in einer Welt aus Federstrichen, mal spitz, mal deftig, mal charmant, mal mit mehr, mal mit weniger Augenzwinkern. Eine Welt zwischen allen Krisenherden dieser Erde, zwischen literarischen und biblischen Symbolen, zwischen Helmut Kohl oder dem erst Dienstag auf der zweiten Seite unserer Zeitung zeichnerisch durch den Wolf gedrehten Pferdefleisch. Ab Freitagabend ist diese Welt jedermann zugänglich – um 19 Uhr beginnt die Vernissage zur Ausstellung des Karikaturisten Horst Haitzinger.

Im Fokus stehen dann allerdings nicht nur die satirischen Blicke auf die aktuelle Politik. Vielmehr soll mit der Ausstellung bis zum 5. Mai eine so ganz andere Seite des Wahl-Münchners Haitzingers gezeigt werden. Die Seite, die man kaum vermutet und die man sich auch nicht ins heimische Wohnzimmer hängen kann, es sei denn, man verfügt über meterhohe kahle Wände. In den vergangenen zehn Jahren hat der im oberösterreichischen Eferding geborene Künstler jeweils ein überdimensional großes Bild gemalt. „Altmeisterlich“, sagt sein Freund und Weggefährte Gerd Ellenbeck, durch den die Ausstellung in Lüdenscheid möglich wurde. Altmeisterlich – und in einem großen Format, das viel Raum lässt für kleinste Details.

In den 50er-Jahren habe man sich in München kennen gelernt, sagt Ellenbeck. In Sachen Malerei sei Rubens das Vorbild des Münchner Künstlers. „Aber nicht der drallen Weiber wegen“, lacht Ellenbeck, „sondern wegen dessen vorzüglicher Malerei.“ Der französische Barockmaler Claude Lorrain, Monet oder auch der britische Romantiker William Turner – allesamt Maler, die Horst Haitzinger schätzt, Maler, die in der Lage seien, große Flächen zu bemalen, ohne zum Anstreicher zu werden. Malerei und Grafik hat Haitzinger studiert an der Akademie der Bildenden Künste in München, sein erstes Leben gehörte quasi der Malerei – wenn da nicht der Brotberuf gewesen wäre. Gebrauchsgrafik, Werbegrafik, 1958 die ersten Zeichnungen in der satirischen Zeitschrift „Simplicissimus“, seit 1968 Hauskarikaturist der Münchner „tz“... „Das ist ein harter Job“, sagt Ellenbeck, „diese große Pflicht, ständig gut drauf zu sein. Das kann man nur, wenn man über diesen Kopf verfügt und über die Möglichkeit, einen Gedanken zum Bild zu machen.“

Der Perfektionist Horst Haitzinger kommt am Freitag nach Lüdenscheid, um seine Ausstellung zu eröffnen. Samstagvormittag steht der 72-Jährige ab 11 Uhr in der Städtischen Galerie an der Sauerfelder Straße seinen Fans für Fragen zur Verfügung. Während der Ausstellung sind die jährlich erscheinenden Karikaturbücher Horst Haitzingers ab 2010 statt eines Kataloges an der Infotheke der Galerie zu haben. Sie kosten 11,90 Euro, das Buch mit den Ölmalereien 22 Euro. - Jutta Rudewig

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