Kapelle auf Friedhof St. Paulus wird abgerissen

RAHMEDETAL - Umstrukturierung des Friedhofs St. Paulus in der Rahmede geht weiter. Nun soll die Friedhofskapelle wegen Baufälligkeiten abgerissen werden. Der Friedhof in der Rahmede läuft quasi aus. Vor vier Jahren schon beschloss die Gemeinde, dort keine Grabstellen mehr zu verkaufen.

Beerdigt wird in der Rahmede seitdem nur noch dann, wenn wegen des Nutzungsrechtes an einer Wahlgrabstätte darauf ein Rechtsanspruch besteht. Nachdem diese und andere Umstrukturierungen im Rahmeder Bereich schon auf wenig Begeisterung stießen, fürchtet Schmalenbach, dass ein jetzt bevorstehender Einschnitt erneute Verärgerung hervorrufen könnte – „aber es geht nicht anders“, beteuert er. Konkret: Die Kirchenleitung hat den Auftrag zum Teilabbruch der Friedhofskapelle geben müssen.

Er soll nächsten Monat über die Bühne gehen. Betroffen ist die Andachtshalle, der Keller bleibt stehen. Er wird als Geräteraum benötigt. Grund für die Entscheidung sind eindeutige Hinweise des Bistums, dessen Baukommission regelmäßig kirchliche Bauten unter die Lupe nimmt. Sie hat in der Rahmede festgestellt, dass das Dach der Friedhofskapelle so marode ist, dass Einsturzgefahr besteht.

Seitdem ist sie durch Flatterband abgesperrt. Eine Reparatur der Schäden würde einen hohen fünfstelligen Betrag verschlingen, berichtet Flusche und weist darauf hin, dass das Gebäude seit vielen Jahren nicht mehr benutzt wird: Als Beerdigungskirche dient seit geraumer Zeit schon St. Paulus in unmittelbarer Nachbarschaft des Friedhofes.

Dieses Gebäude steht zwar auch zur Disposition. Bislang habe sich aber noch keine neue Nutzung ergeben, bedauert Schmalenbach. Solange das so sei, könnten und würden Trauergottesdienste und die Messe am 1. November dort durchgeführt. Wie die evangelischen Kirchengemeinden merken auch die Katholiken, dass sich die Bestattungskultur verändert hat: Es gibt immer mehr Urnenbestattungen, immer mehr Wiesen- oder Rasengrabstätten, in Nachrodt demnächst auch Urnen-stelen – das senkt einerseits wegen der niedrigeren Gebühren die Einnahmen, andererseits tragen diese Bestattungsformen mit dazu bei, dass die Friedhöfe inzwischen viel zu groß sind – am Breitenhagen würden bereits Flächen zurückgenommen, also nicht mehr für Beerdigungen genutzt, berichtet Flusche.

Allerdings: Das geht erst, wenn die „Ruhefrist“ der dort Bestatteten abgelaufen ist. Üblicherweise ist das frühestens nach 25 Jahren der Fall. Auf die Stadt Altena sind die Friedhofsverantwortlichen aller Gemeinden übrigens nicht besonders gut zu sprechen. Sie beteiligt sich mit keinem Cent an den Kosten der Friedhöfe – dabei sind die Kommunen gesetzlich dazu verpflichtet dafür zu sorgen, „dass Tote (...) auf einem Friedhof bestattet und ihre Aschenreste beigesetzt werden können“, wie es im Bestattungsgesetz NRW heißt.

Richtig sauer stößt den Kirchen auf, dass Altena noch nicht ‘mal Kunde ist: Muss sie die Bestattungen verarmter und einsamer Verstorbener finanzieren, dann erfolgen sie in Lüdenscheid – weil’s billiger ist.

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