Schwerpunkt Höher Weg

Kanalarbeiten 2016: Behinderungen programmiert

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Die gelbe Markierung zeigt in dieser Luftaufnahme vom Höher Weg die Länge der Kanalbaumaßnahme.

Lüdenscheid - Der Stadtentwässerungsbetrieb Lüdenscheid (SEL) plant für dieses Jahr mehrere Kanalbaumaßnahmen quer durchs Stadtgebiet. Besonders aufwändig und mit Behinderungen des Straßenverkehrs verbunden werden Arbeiten am Höher Weg sein.

Auf einem Kanalabschnitt von 340 Metern Länge zwischen Herscheider Landstraße und Scharnhorststraße wechselt der SEL wegen hydraulischer Engpässe und eines schlechten baulichen Zustands einen Mischwasserkanal aus. Das erklärte Johannes Irle, Sachgebietsleiter Kanalbau und -planung beim SEL, im Gespräch mit den LN. 

Die Maßnahme werde zeitgleich mit einer Maßnahme der Enervie durchgeführt. Die will bei der Gelegenheit eine neue Trinkwasserleitung verlegen. Das alles wird laut Irle in offener Bauweise – sprich mit einer Öffnung der Straßendecke und des Erdreichs darunter – verbunden sein, da sich die Arbeiten nicht anders umsetzen lassen.

Vollsperrungen am Höher Weg

Johannes Irle vom SEL erklärt die Arbeiten am Höher Weg an einem Plan.

 „Es wird eine Wanderbaustelle eingerichtet. Das ausführende Unternehmen wird sich die Straße entlang von unten nach oben vorarbeiten“, erklärte Irle. Die Anwohner müssten deshalb stellenweise Vollsperrungen in Kauf nehmen. Momentan sei man dabei, mit Stadt, Polizei und MVG ein Verkehrskonzept zu erstellen. Irle verspricht: „Sobald der Plan steht, werden wir dazu auch informieren.“

Für die Maßnahme, die nach Ostern startet und vermutlich bis Ende des Jahres dauert, rechnet der SEL mit Kosten von 300 000 Euro. 

Vom Mischwasserkanal zum Trennsystem

Auch in anderen Teilen Lüdenscheids tut sich was: Die Stadt betreibt im Bereich Winkhausen-Ostendorf den Straßenendausbau. Im Zuge dessen hatte der SEL im Jahr 2014 bereits Kanäle in der Straße Weidengrund erneuert. 

Jetzt soll die Straße Am Kamp zwischen Einmündung Weidengrund und der B 229 folgen. „Der SEL muss sein Trennsystem erweitern. Dafür sind etwa 110 Meter Schmutzwasserkanal und etwa 250 Meter Regenwasserkanal neu zu bauen.“ Die Umstellung vom Mischwasserkanal auf getrennte Kanäle werde in diesem Bereich etwa 215 000 Euro kosten. 

Erschließung neuer Wohngebiete 

Am Vogelberg und in Othlinghausen werden darüber hinaus in 2016 zwei Neubaugebiete in offener Bauweise mit Kanälen erschlossen. Am Vogelberg handelt es sich um den Bereich, der von Willy-Bürger-Straße, Wilhelm-Kattwinkel-Straße und Fuelbecker Straße begrenzt wird (Bebauungsplan Nr. 750/II Vogelberg/Kirchhahn). 

Dort sind insgesamt etwa 325 Meter Mischwasserkanal zu verlegen, um den Bereich an das vorhandene Kanalnetz am Vogelberg anzuschließen. Kosten: 180 000 Euro. 

Neubaugebiet am Ortsrand Othlinghausen

In Othlinghausen (Bebauungsplan Nr. 826 Ortsrand Othlinghausen) sieht die Bauleitplanung eine öffentliche Erschließungsstraße vor. In Höhe der geplanten Gebietszufahrt liegt bereits ein Schmutzwasserkanal, der um etwa 55 Meter in das Gebiet hinein verlängert wird. 

Die Maßnahme war, so Johannes Irle, für 2015 geplant, kam aber nicht zur Ausführung. Mittel in Höhe von 35 000 Euro stellt der SEL deshalb in diesem Jahr für den Zweck bereit. 

Weitere größere Maßnahmen in offener Bauweise werden im Laufe des Jahres in den Straßen Luisental, Jahnstraße und Elsbeerenweg sowie im Bereich MVG/Tennishalle vorgenommen. 

2,65 Millionen Investition in 2016

Mit weiteren kleinen Maßnahmen, die nacheinander ein einzelnes Unternehmen ausführen wird, sind an der Paulmannshöher Straße, am Rotdornweg, an der Wehberger Straße, Am Rohhammer und an der Werdohler Straße zu rechnen. „Dabei kommt es aber nur zu kleinen Belastungen im Straßenverkehr, so Irle.

Die Kanalbaumaßnahmen im Jahr 2016, in die der SEL 2,65 Millionen Euro investiert, sind auf der Internetseite des SEL einzusehen. 

Weitere Arbeiten

Sofern es der Altrohrzustand zulässt, können Kanalsanierungen auch in grabenlosen Maßnahmen mittels Schlauchliner durchgeführt werden. Das ist vorteilhaft, da der Straßenverkehr dadurch nicht oder nur kaum behindert wird. Bei dem Verfahren werden schadhafte Kanäle durch den Einzug harzgetränkter Gewebeschläuche so ertüchtigt, dass sie nach Aushärtung im Verbund mit dem Altrohr einem neuen Rohr entsprechen.

Solche Maßnahmen, für die der SEL 960 000 Euro kalkuliert, werden im ganzen Stadtgebiet umgesetzt: Obere Talstraße, Am Galgenberg, Ostendorf, Grünewald, Ludwigstraße, Eichholz, Am Drostenstück, Fontanestraße und Friedhofstraße. 

Weitere sogenannte Kurz-Langrohrmaßnahmen werden an zwei Stellen der Altenaer Straße sowie Im Grund vorgenommen. Bei dem Verfahren werden stark deformierte Kanäle ebenso grabenlos durch Einzug neuer Rohre saniert. Kosten: 310.000 Euro. 

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