Mehr Mittel für die Jobcenter

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Gespräch zum Thema Langzeitarbeitslosigkeit mit Dieter Dzewas, Petra Crone, Volker Riecke und Friedrich Hahne (v.l.).

Lüdenscheid - Das Jobcenter Märkischer Kreis wird seine Bemühungen im Kampf gegen Langzeitarbeitslosigkeit verstärken. Das geschieht auf drei Ebenen, wird aber aus verwaltungstechnischen Gründen in diesem Jahr noch wenig Wirkung entfalten.

Angestrebt ist, mehr öffentlich geförderte Beschäftigung für den Kundenkreis des Jobcenters zu schaffen, verstärkt Arbeitsverhältnisse im ersten Arbeitsmarkt zu subventionieren und die individuelle Betreuung und Förderung mit zusätzlichem Personal zu verbessern.

Im Gespräch zwischen Bürgermeister Dieter Dzewas, der SPD-Bundestagsabgeordneten Petra Crone, Volker Riecke, Geschäftsführer des Jobcenters, und Friedrich Hahne, Leiter des operativen Geschäfts, herrschte gestern Einigkeit zu einer zentralen Aussage: Man brauche einen Sektor öffentliche Beschäftigung, einen zweiten Arbeitsmarkt für Menschen mit fehlender Qualifikation oder individuellen Problemen. Im Märkischen Kreis gehe es um eine Größenordnung von etwa 14 000 Menschen. „Der Markt regelt offensichtlich nicht alles“, sagt Dzewas. Und es sei Zeit, in der Debatte „aus den ideologischen Schützengräben zu kommen“.

Einen Ansatz bietet die aktuelle Wende auf Bundesebene. Nach jahrelangen Kürzungen stellt die Bundesregierung jährlich zusätzlich 325 Millionen Euro bereit für Eingliederungs- und Verwaltungsmittel. Für den Märkischen Kreis sind das Mittel in Höhe von 1,56 Millionen Euro, erstmalig in diesem Jahr und dann fortgesetzt bis 2017. Bis Ende Juni wollen die Verantwortlichen im Jobcenter die Budget- und Maßnahmenplanung den zuständigen Gremien und der eigenen Trägerversammlung vorgestellt haben. Erst danach können offiziell auch die Ausschreibungen laufen, um Verstärkung zu finden, den Personalschlüssel merkbar zu verbessern.

Offen ist, welche Rolle beispielsweise die Kommunen dabei spielen können. Denn das Jobcenter könnte zwar, wie auch bei Arbeitsplätzen in der freien Wirtschaft, bis zu 75 Prozent des Gehalts übernehmen, doch selbst für die verbleibenden 25 Prozent fehle den meisten Städten und Gemeinden schlicht das Geld. Ähnlich gehe das den Wohlfahrtsverbänden, die früher häufig solche Jobs im Angebot hatten. - flo

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