Kampagne zu illegalen Downloads

Claudia Bracht (l.) und Magdalena Ermert bieten Hilfe bei Abmahnungen wegen illegaler Downloads.

LÜDENSCHEID ▪ Wie brisant das Thema ist, sagen allein zwei Zahlen aus: In den ersten beiden Monaten dieses Jahres führte die Verbraucherzentrale 19 Rechtsberatungen durch, bei denen es um Abmahnungen wegen illegaler Downloads und damit verbundener Urheberrechtsverletzung ging. 2011 waren es in neun Monaten gerade einmal 21. Deshalb steht das Geschäft mit illegalen Downloads am Donnerstag zum Weltverbrauchertag im Mittelpunkt.

„Grundsätzlich sollte man diese Abmahnungen nicht auf die leichte Schulter nehmen, sondern sich kümmern, wenn man unbedacht einen Klick gemacht hat“, raten Magdalena Ermert, Leiterin der Verbraucherzentrale an der Altenaer Straße, und Honoraranwältin Claudia Bracht. Denn wer übers Internet Songs, Alben, Filme oder Spiele auf seinen PC lädt oder anderen Nutzern zur Verfügung stellt, kann kräftig zur Kasse gebeten werden.

Bei der Verbraucherzentrale NRW meldeten sich allein in den vergangenen Monaten rund 2500 meist junge Leute, die im Schnitt 700 Euro an Schadensersatz wegen illegaler Downloads zahlen sollten. Wird ein User erwischt, nutzen die Besitzer der Schutzrechte den vorhandenen rechtlichen Spielraum mit Hilfe eines Anwalt voll aus. „Eine Kanzlei hat 2011 allein fast 87 000 Forderungen erhoben“, weiß Claudia Bracht.

„Meist kommen die Schreiben freitags, so dass es für die Abgabe der geforderten Unterlassungserklärung knapp wird. Die Frist dafür beträgt oft nur drei bis fünf Tage“, fügt Magdalena Ermert hinzu. Die Forderungen sind mitunter heftig: Zu mehreren Tausend Euro an Schadensersatz kommen noch Anwaltskosten von mehr als 1000 Euro. „Darunter sind auch Winkeladvokaten. Man sollte bei der Anwaltskammer abchecken, ob es die Kanzleien auch gibt“, rät Claudia Bracht. Grundsätzlich aber sollte eine Abmahnung immer ernst genommen werden.

Rechtlichen Rat und juristische Hilfe bietet die Verbrauchezentrale nach Terminvereinbarung unter 0 23 51 /2 71 97 für 80 Euro an.

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