Kameras statt Schleifen für Ampelsteuerung

Kameras – wie hier an der Kreuzung am Rathaustunnel – regeln die Schaltinvervalle der Ampelanlagen.

LÜDENSCHEID ▪ An mehreren Ampelanlagen im Stadtgebiet haben Kameras die Regelung der Schaltintervalle übernommen. „Inzwischen werden gut doppelt so viel Kameras wie Schleifen installiert“, weiß Björn Karnbach, Projektleiter Verkehrssicherheit bei der Jungkurth GmbH.

Viele Ampelschaltungen werden aber nach wie vor durch Induktionssschleifen, die in einem gewissen Abstand vor der Ampel in der Fahrbahn verlegt sind, geregelt. Doch diese Methode wird wohl nach und nach der Vergangenheit angehören. „Bei der Installation von Induktionsschleifen sind umfangreiche Tiefbauarbeiten notwendig. Das fällt bei der Nutzung von Kameras weg“, sagt Yvonne Schubert, beim Stadtreinigungs-, Transport- und Baubetrieb Lüdenscheid (STL) unter anderem für den Betrieb von Signalanlagen zuständig. Die Kamera erkennt, ob und wie viele Fahrzeuge vor einer Ampel stehen und reguliert nach Eingang des Signals die Länge der Grünphase. „Das alte System ist starrer, das neue flexibler“, beschreibt Björn Karnbach einen wesentlichen Pluspunkt. So lasse sich eine Kamera, die zwischen 1500 und 2000 Euro kostet, schneller nachjustieren und in ihrer Einstellung verändern. „Die Daten werden übrigens nicht aufgezeichnet oder gespeichert“, betont Yvonne Schubert.

Kameras sind inzwischen am Rathaustunnel, in Höhe der Martin-Niemöller-Straße und an der Kreuzung Bahnhofsallee/Bahnhofstraße installiert. In den beiden ersten Bereichen waren nach Angaben Karnbachs bisher Festzeiten programmiert, in Höhe der Polizeiwache gebe es eine Mischung aus Induktionsschleife und Kameras. Sind Schleifen einmal installiert, halten sie 20 Jahre lang. Der Wartungsaufwand ist geringer als bei Kameras. „Allerdings müssen bei Schleifen auf einer Länge von 35 bis 40 Metern Rohre und Schächte in der Fahrbahn verlegt werden. Bei der Installation der Kamera kann der vorhandene Ampelmast genutzt werden. Der ist schon verortet.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare