Bürgermeister chattet mit 100-Jähriger: „Dieter, bist du es?"

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100 Jahre alt wurde Käthe Krugmann. Der Bürgermeister gratulierte per Videochat.

Lüdenscheid - Käthe Krugmann blickt auf ein bewegtes Leben zurück. Sie hat so manche Höhen und Tiefen und auch schöne Erinnerungen erlebt. Jetzt konnte sie ihren 100. Geburtstag im Johanniter-Stift Oeneking feiern. Viele Glückwünsche seitens der Mitarbeiter und Mitbewohner erreichten sie.

Besonders freute sich Käthe Krugmann über einen selbst gebackenen Marmorkuchen von Betreuungsassistentin Leoni Paul, den sie sich gewünscht hatte. Die ehemaligen Mitbewohner aus dem betreuten Wohnen schrieben eine Geburtstagskarte. Auch ihre Nichte ließ es sich nicht nehmen und besuchte Käthe Krugmann wegen der Coronabestimmungen vor der Eingangstür.

„Das war so schön, auch wenn ich sie wegen der Hygienevorschriften nicht drücken konnte“, sagte sie. Ein weiterer Gratulant meldete sich per Videotelefonie. Sozialdienstleitung Nadine Klein überreichte Käthe Krugmann ihr Handy. „Dieter, bist du es? Da freue ich mich aber sehr“, sagte die überraschte Seniorin, als sie Bürgermeister Dieter Dzewas auf dem Display anlächelte. 

„Dieter kenne ich noch vom Wandern. Dass er heute an mich gedacht hat, ist mir eine besondere Freude. Wenn Corona vorbei ist, haben wir uns verabredet, da trinken wir erstmal einen zusammen“, sagte die Seniorin.

Geboren ist Käthe Krugmann 1920 in der Bayernstraße, wo sie gemeinsam mit ihrem Bruder aufwuchs. Dort wohnte sie 95 Jahre lang, bis zu ihrem Einzug in das betreute Wohnen im Dezember 2014. Zwei Geschwister starben an Diphterie. 1926 wurde Käthe Krugmann in der Knapperschule eingeschult und wechselte 1928 in die Westschule.

„Mein Vater war ein Freidenker und lehnte die NSDAP ab. Er hatte viele Interessen, unter anderem auch Sternenkunde. Er besaß deshalb auch ein Fernrohr. Das haben die Nazis ihm aber weggenommen. Insgeheim haben wir zuhause heimlich BBC gehört, was streng verboten war. Aber dem deutschen Programm haben wir keinen Glauben geschenkt“, berichtet die Seniorin.

Nach dem Abschluss an der Volkshochschule war Käthe Krugmann zwei Jahre als Arbeiterin in der Druckerei Sasse tätig und ging anschließend als Anwaltsgehilfin in die Lehre bei Rechtsanwalt Weber, die sie 1939 abschloss. Während des Krieges arbeitete sie in dem Industrieunternehmen Schumacher & Co, besuchte nach dem Krieg Buchhaltungskurse an der VHS und legte in Hagen die Prüfung als Bilanzbuchhalterin ab. Schon früh fand sie ihre Freude am Wandern mit dem Sauerländischen Gebirgsverein, wo sie viele Menschen kennenlernte.

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