Kästners „Konferenz der Tiere im Kulturhaus“

Atzes Musiktheater führte im Kulturhaus Erich Kästners „Konferenz der Tiere" auf.

LÜDENSCHEID - Die doppelbödige Moral Erich Kästners ist nicht unumstritten. Denn nicht etwa eine charmante List, sondern Menschenraub und Erpressung zwingen am Ende in Kästners „Konferenz der Tiere“ die Staatsmacht dazu, sich den tierischen Delegierten zu ergeben, haben diese doch deren Kinder entführt. Handlungszwang statt Einsicht also und damit eine durchaus zu diskutierende Didaktik, die der Schriftsteller mit seiner Geschichte 1949 an den Tag legte.

Ob die Kinder im seit Monaten ausverkauften Kulturhaus am frühen Abend darüber nachgedacht haben, dass ja doch eigentlich die edlen Tiere ausschließlich durch Gewalt eine Welt ohne Grenzen, Wasser für alle, das Verbot des Missbrauchs der Technik für Kriege und das höchste Beamtengehalt für Lehrer erpressten, sei mal dahingestellt. Für die Bühne setzte Atzes Musiktheater das Stück um. Und allein das sorgte am Mittwoch und am Donnerstagvormittag bereits im Vorfeld für zwei blendend gefüllte Vorstellungen. Denn wo die Berliner Musikschauspieler auftauchen, ist Pep, Quirligkeit und Unterhaltung garantiert.

Gut zwei Stunden dauerte die Inszenierung samt Live-Band und rockiger Musik. Stunden, in denen die jungen Zuschauer sehr aufmerksam das Geschehen auf der Bühne verfolgten. Acht Schauspieler, eine vierköpfige Band und an die vierzig verschiedene Rollen – die Kostümierung war einfach, aber wirkungsvoll und von hohem Wiedererkennungswert. Kleine Slapstickelemente sorgten für den einen oder anderen Lacher der Entspannung und am Ende auch dafür, dass den Kindern gesellschaftskritisches Theater leicht verständlich serviert wurde. - rudi

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