Note 1,39

Die Lüsterklemme geht an Sascha Korf

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Der Kabarettist Sascha Korf gewinnt die Lüdenscheider Lüsterklemme 2014.

LÜDENSCHEID - „Der Preis ist den Kabarettisten wichtig. Das sieht man ja schon daran, dass mir in der Nacht um halb elf Michael Feindler aus Berlin eine Kurznachricht geschickt hat. Er fragte, ob der Sieger schon feststeht.“ Zu diesem Zeitpunkt hatte Kulturhausleiter Stefan Weippert noch keinen Überblick – aber Mittwochvormittag begann das letzte große Zettelzählen der Veranstaltung mit Sabine Domogala. Anschließend stand fest: Der Gewinner der Lüdenscheider Lüsterklemme heißt Sascha Korf.

Von Jutta Rudewig

Der Kölner Kabarettist hatte den Reigen der Veranstaltungen in den letzten beiden Wochen eröffnet. Am Sonntag, 16. Februar, erklärte er im Garderobensaal: „Wer zuletzt lacht, denkt zu langsam“. 180 zahlende Gäste, ausverkauft und ein glänzender Start in das Kleinkunstfestival. Dass Korf ganz weit vorn liegen wird, war an diesem Sonntag schon klar. Knappe zwei Stunden hatte er ein blendend aufgelegtes Publikum mit Stand-up-Comedy amüsiert und gab insgesamt eine sehr charmante Figur ab. Der Lohn der Mühe: die Note 1,39. Damit liegt Korf vor Michael Feindler (1,58) auf Platz zwei und Frank Grischek auf dem dritten Platz.

„Die schlechteste Note, die das Publikum abgab, ist eine 2,23 und damit eigentlich noch eine gute Note“, so Weippert, der mit Thomas Meermann und Kai Pritschow (Sparkasse) die Stimmkarten auszählte. Insgesamt betrachteten Weippert, Meermann und Pritschow die Kleinkunstreihe als ein gelungenes Festival auf einem hohen Niveau. „Die Künstler konnte man in diesem Jahr nicht miteinander vergleichen“, urteilte Meermann (Sparkasse Marketing). Das Geldinstitut ist namhafter Geldgeber, um die Lüdenscheider Kleinkunsttage überhaupt durchführen zu können. 1500 Euro bekommt Sascha Korf Ende des Jahres sowie den Preis und eine Urkunde, wenn er im Dezember wieder nach Lüdenscheid kommt und sein Programm noch einmal spielt.

Dass auch im 35. Jahr ihres Bestehens die „Lüsterklemme“ nichts an Attraktivität verloren hat, zeigt der Blick auf die aktuellen Besucherzahlen: Mit 180 Gästen war die Korf-Veranstaltung ausverkauft, 169 Gäste waren’s am Dienstagabend bei Sabine Domogala. 143 Gäste wollten Anna Piechotta hören, 153 Michael Feindler und 157 Frank Grischek. „Mehr als 180 lassen wir nicht rein. Sonst muss man Stuhlreihen stellen, und dann geht der Charakter der Veranstaltung verloren“, so Weippert weiter. Und noch eins hat sich bewährt in diesem Jahr: Die Gäste nutzen den Service der Fleischerei Geier, um sich auch kulinarisch einen netten Abend dort zu machen, wo’s bislang nur Salzbrezeln gab. Weippert: „Simone Geier und ihr Team sind wirklich engagiert. Teilweise hat sie noch von zuhause Essen nachgeholt. Dass die Leute jetzt an den Tischen Kleinigkeiten essen können, unterstreicht den Bistrocharakter.“

Freundlich sei das Publikum gewesen, hätten die Kabarettisten gesagt. Das hätten sie auch schon anders erlebt. Und freundlich sei auch die Behandlung durch die Techniker gewesen. In etwa so formulierte es auch der Lüsterklemmen-Gewinner Sascha Korf nach seinem Auftritt: „Live ist Comedy am schönsten. Und das Fairste an diesem Wettbewerb ist, dass nur das Publikum entscheidet. Also: Seid fair!“ Sollte Sascha Korf im Dezember im großen Saal auftreten, wäre ein zweites Paar Schuhe hilfreich. Das Laufpensum dieses Kabarettisten ist enorm.

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