Juni: Dr. Bernd Lasarzewski

Lüdenscheider des Monats im Juni: Dr. Bernd Lasarzewski

LÜDENSCHEID - Wenn die deutschen Fußball-Frauen ihr großes Ziel erreichen und am 17. Juli in Frankfurt im Endspiel um den WM-Titel stehen sollten, dann wird auf der Bank im WM-Stadion am Main auch ein Lüdenscheider sitzen: Dr. Bernd Lasarzewski.

Der Chefarzt des Sportkrankenhauses in Hellersen ist Mannschaftsarzt des Nationalteams, daneben auch "General Medical Officer" der Weltmeisterschaft und unser "Lüdenscheider des Monats".

"Lüdenscheider" ist Lasarzewski seit 1989. Geboren wurde er am 26. Dezember 1956 in Spaden bei Bremerhaven. Dort ging er zur Schule, machte erst den Haupt-, dann den Realschulabschluss und schließlich sein Abitur. In den vier Jahren, in denen er auf einen Studienplatz für Medizin wartete, fuhr er beim Vater Taxi und bastelte an alten Autos. "Ich bin praktisch veranlagt - habe die Autos fertig gemacht und weiter verkauft", erzählt Lasarzewski.

Mit 24 Jahren ging es dann endlich zum Studium nach Hannover. Noch ohne das Ziel, in der Sportttraumatologie zu arbeiten. "Mit Menschen wollte ich arbeiten", sagt Lasarzewski, "deshalb war Arzt oder Lehrer eine Option." Die Option Arzt kam zum Zuge. Im Oktober 1986 erhielt Lasarzewski seine Approbation und ging nach Großburg-Wedel. Sein Chef dort: Eike van Alste, Mannschaftsarzt der deutschen U21-Fußballer. "Da war mir klar: So etwas willst du auch machen", erinnert sich der heute 54-Jährige. Als die Zeit in der Chirurgie um war und Bewerbungen für die Orthopädie anstanden, rückte die Sportklinik in Hellersen in Lasarzewskis Fokus. Er bewarb sich bei Dr. Axel Thiel, bekam den Job und gab Lüdenscheid sogar den Vorrang vor Bremen.

"Eigentlich sollten es nur ein paar Jahre in Lüdenscheid werden", sagt Lasarzewski. Es kam anders. Am 1. Januar 1989 als Assistenzarzt in Hellersen angefangen, übernahm er noch 1989 die vakante Stelle des Teamarztes bei RW Lüdenscheid und 1990 die Betreuung der Westfalenauswahl der Frauen - Martina Voss arbeitete seinerzeit in der Verwaltung in Hellersen. So kam der Kontakt zu Stande. Und über die Westfalenauswahl und Tina Theune-Meyer fand Lasarzewski eher durch einen Zufall bald auch zur U20- Nationalmannschaft der Frauen.

"Über den Fußball habe ich schnell viele Freunde hier gefunden", sagt der Arzt, der selbst in der Kreisliga gespielt hatte und sich heute sportlich eher beim Joggen betätigt, "aber technisch eher unbegabt - ich war ein Renner." Mit RWL erlebte Lasarzewski den Aufstieg in die Oberliga. Die weitaus größeren Erfolge sollten aber

noch mit der Frauen-Nationalmannschaft folgen. Die betreute er bei zwei Weltmeisterschaften (1999 und 2007, einmal Weltmeister) und zwei Europameisterschaften (2001 und 2009, zweimal Europameister) sowie zwei Olympischen Spielen (2000 und 2004, zweimal Bronze).

Im Sportkrankenhaus in Hellersen wurde Lasarzewski 1994 zum Oberarzt und 2002 zum Chefarzt - Letzteres war auch der Grund, weshalb er 2003 nicht mit zur WM reiste. In Lüdenscheid ist der Mediziner inzwischen fest verwurzelt. Neben seinen Freundschaften, die er durch den Fußball gewonnen hat, ist er auch sehr aktives Gemeindemitglied der Siebenten-Tags-Adventisten an der Paulinenstraße. Dort arbeitet er wie seine Ehefrau in der Kinder- und Jugendarbeit mit. Diese Arbeit muss indes bis zum 17. Juli ruhen. So lange steht für unseren "Lüdenscheider des Monats" ganz der Fußball und die Weltmeisterschaft im eigenen Land im Fokus.

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