Tolle Chance für Oliver

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Der elf Jahre alte Oliver nutzte seine Chance und gehörte zum Ensemble des Dortmunder „Nussknackers“.

Lüdenscheid - Eine Riesenchance hat der elf Jahre alte Oliver König geboten bekommen – und am Ende auch genutzt: Oliver König, seit seinem vierten Lebensjahr in der Ballettschule Klüttermann im Training, ist Teil des Ensembles der Dortmunder Aufführung des Balletts „Der Nussknacker“.

Normalerweise wird zunächst in Dortmund selbst nach geeignetem Nachwuchs gesucht, in diesem Fall jedoch ging die Frage an die Ballettschule Klüttermann. Man hatte nicht genug Kinder diesen Alters mit geforderter Qualität gefunden. Erst die Anfrage, und schon tags darauf stellte sich Oliver König dem Casting, rückte später von Position drei in seiner Rolle durch seine Leistungen vor zur B-Besetzung. Bei der Premiere schließlich durfte er auf die Bühne. Als Drosselmeiers Neffe Luis und irgendwie auch Nussknacker mit grünem Froschgesicht. Der aufgeweckte Schüler der Christlichen Hauptschule konnte sich bereits nach drei Tagen im Labyrinth der Theatergänge gut zurecht finden.

Natürlich musste er für seine Chance, in der Inszenierung von Benjamin Millepied (1. Solist des New Yorker City Ballett, Direktor des Balletts der Pariser Staatsoper) mitmachen zu dürfen, hart trainieren und auch verzichten. Die Herbstferien waren mit Proben gefüllt. Drei Wochen vor der Premiere ging es an die Arbeit. Mittags und abends wurde entweder im Ballettzentrum oder im Opernhaus geprobt. Zweimal zweieinhalb Stunden Körpereinsatz.

Oliver hat das sehr gefallen. „Das hat Spaß gemacht. Ich habe da viel gelernt durch Beobachten.“ Ein Spaziergang aber waren die Proben mit dem gesamten Ballettensemble nicht. Unterstützung fand Oliver in dieser Zeit in seinem Umfeld. Familie, Freunde und auch die Ballettschule Klüttermann haben den Fahrtdienst nach Dortmund organisiert. 

Seine Mutter arbeitet in Hagen und konnte so ihren Sohn nicht täglich zu den Proben bringen und abholen. Einhelliges Urteil seines gesamten Umfeldes: „So eine Chance bekommt man nicht oft“, brachte Manuela Klüttermann die Stimmung auf den Punkt. Oliver König hat seine Chance genutzt, genoss, dass man Maß nahm, ihm ein eigenes Kostüm schneiderte, zur Aufführung eine Garderobiere und eine Maskenbildnerin zu Seite stellte. Elektrisiert hat ihn auch das Treiben hinter der Bühne. Das Aufwärmen der Großen, zu sehen, was jene, die nicht auf der Bühne stehen in ihren „Pausen“ zu tun haben. „Toll war das hinter der Bühne“ – und am Ende war auch die Härte einer Schnellreifung für die Bühne vergessen. 

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