Jungen mögen Raketenantriebe

LÜDENSCHEID ▪ Es wird gemessen, gefeilt, gesägt, gebohrt, poliert und, wenn nötig, noch einmal an der Konstruktion gearbeitet: Seit Dienstag haben im sogenannten Haus 2 der Phänomenta die Autokonstrukteure und -bauer Einzug gehalten.

Mitten unter den 24 Jungen, die am Erfinderduell teilnehmen, sind Barbara und Frida, zehn und elf Jahre alt, die einzigen Mädchen.

Sie haben sich schnell als Team zusammengefunden und arbeiten nun konzentriert und zielstrebig an ihrem Fahrzeug. Einen Elektroantrieb soll es bekommen. Bei den Jungen drumherum ist dagegen gar von einem Raketenantrieb die Rede – mit Cola und Kaubonbons wollen sie den realisieren. Insgesamt haben sich sechs Teams verschiedener Größe gebildet, um im Erfinderduell gegeneinander anzutreten. Noch bis morgen haben sie Zeit, ihre Fahrzeuge mit alternativen Antrieben zu entwerfen, zu entwickeln und zu bauen. Um 14 Uhr soll das Rennen aller sechs Teams unter Straßenbedingungen auf der Gustav-Adolf-Straße beginnen. Das Straßenstück vor dem Autohaus Piepenstock wird dafür eigens gesperrt.

Gestern ging das Erfinderduell zunächst mit einer theoretischen Einführung los. Ingenieur Martin Schmidt von Phänomenta-Verein und Physik-Student Sebastian Bühren boten einige Informationen zu den Themenbereichen Antriebstechnik, Design und Konstruktion. Die 26 Teilnehmer im Alter von zehn bis 15 Jahren wollten sich aber nicht lange damit aufhalten und fingen schon bald an, mit Holz, styroporähnlichen Platten, Knetmasse und fertigen Rädern zu experimentieren. Holzleim und Heißklebepistole waren neben Sägen und Akkuschraubern beliebte Arbeitsmittel. Schmidt und Bühren standen immer bereit, um den Kindern und Jugendlichen, falls nötig, zu helfen. An die Kreissäge zum Beispiel ließen sie die Nachwuchskonstrukteure nicht selbst.

Bei den Ideen für die Fahrzeuge und deren Umsetzung gab es keine Hilfe –  da mussten die jungen Tüftler schon alleine kreativ sein. Das hatte auch schon mal zur Folge, das Teile wieder auseinandermontiert wurden – weil sie nicht gefielen oder das angestrebte Konzept sich als nicht praktikabel erwies, weil es zu groß für die verfügbaren Antriebsmöglichkeiten war.

Ein Fahrzeug, das mit alternativen Energien angetrieben wird – das gilt es bis morgen zu bauen. Die Jury bewertet aber nicht nur die Schnelligkeit, sondern beispielsweise auch das Design und die Lenk- und Bremstechnik. Alle, die wissen möchten, was so junge Konstrukteure geschaffen haben, können morgen Nachmittag ab 14 Uhr zur Gustav-Adolf-Straße kommen. ▪ gör

Rubriklistenbild: © Görlitzer

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