JU fordert Unterstützung für Gastronomie

Die Junge Union veranstaltet ihren Stammtisch regelmäßig in der Altstadt. Das Foto stammt noch aus dem Wirtshaus Schwejk. Da dieses Lokal inzwischen geschlossen ist, findet der nächste Termin im Alten Gasthaus Pretz statt.

LÜDENSCHEID - Im Vorfeld des „Forums Altstadt“, das am Donnerstagabend ab 18.30 Uhr im Kulturhaus stattfindet, hat sich auch die Junge Union (JU) Gedanken zum Thema gemacht. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Entwicklung der Gastronomie.

In einer Pressemitteilung heißt es, die JU begrüße den Beginn der Arbeiten an einem integrierten Handlungskonzept für die Altstadt seitens der Stadtverwaltung sehr. Sie beschäftige sich seit langem mit der Frage, wie die Altstadt – insbesondere für junge Leute – wieder stärker belebt werden könne. Dass das Handlungskonzept zudem gemeinsam mit den Lüdenscheider Bürgern ausgearbeitet werden solle, befürworte sie ausdrücklich.

„Ein besonderes Stadtviertel“

Lüdenscheid, so heißt es in der Pressemitteilung weiter, verfüge mit der Altstadt, über ein besonderes Stadtviertel, welches sich hervorragend als Standort für Cafés, „Studentenkneipen“ und Szenekultur eigne. Die Altstadt befinde sich zudem in unmittelbarer Nähe zu den Gymnasien, sodass Freistunden zum Cafébesuch genutzt werden könnten.

Aber auch gerade in Hinblick auf den jungen Fachhochschulstandort biete die Altstadt die Chance, ein „Studentenviertel“ in Lüdenscheid zu etablieren.

„Mit großer Sorge“ sieht die Junge Union es, wenn Traditionskneipen, wie das Wirtshaus Schwejk inmitten der Altstadt schließen. Man sehe aber auch die positiven Entwicklungen, wie die noch recht junge Kneipe Lønneberga, das neu eröffnete Kaffee Fabriksken oder das ebenfalls neu eröffnete Restaurant Zur platten Bulette.

Folgende konkrete Forderungen zum Handlungskonzept Altstadtentwicklung hat die JU entwickelt (Wortlautauszüge):

„Aufhebung des Taxiverbots“

- „Traditionskneipen unterstützen: Politik und Verwaltung müssen alles daran setzen, die verbliebenen Traditionskneipen, wie das Alte Gasthaus Pretz oder den Reidemeister, bestmöglich zu unterstützen und somit deren Fortbestand zu sichern – bereits kleine Entscheidungen, wie die Aufhebung des Taxiverbots in der Altstadt können hier eine positive Wirkung zeigen.

- Neue Cafés und Jugendkneipen ansiedeln: Wir sind der festen Überzeugung, dass Jugend- und Studentenleben in die Altstadt gehören. Wir setzen uns dafür ein, dass weitere Cafés und Kneipen, beispielsweise ein Irish Pub, in der Altstadt eröffnen. Hierzu braucht es vor allem mutige Betreiber, die an den Standort glauben. Es ist aber Aufgabe der Politik und der Verwaltung, diese Betreiber mit voller Kraft zu unterstützen und bürokratische Hürden aus dem Weg zu räumen – die Stadtverwaltung sollte daher eine beratende Funktion einnehmen, wenn Genehmigungsverfahren und sonstige Verwaltungsgänge durchzuführen sind.

„Gegen eine Sperrstunde“

- Außenflächen nutzbar machen: Gerade im Sommer bietet die Altstadt eine wunderschöne Kulisse, um draußen zu sitzen. In den schmalen Gassen muss jedoch eine vertretbare Lösung gefunden, in der Brandschutzauflagen die Nutzung der Außenflächen nicht verhindern. Außerdem muss auch spät abends die Möglichkeit gegeben sein, draußen zu sitzen. Selbstverständlich müssen hier Ruheschutzauflagen für die Anwohner eingehalten werden – eine kategorische ‘Sperrstunde’ für die Außenflächen lehnen wir jedoch strikt ab.

- Gemeinsame Konzepte der Altstadtgastronomie etablieren: Andere Städte haben mit ‘Pub Crawls’ bewiesen, wie Gastronomie kneipenübergreifend erfolgreich zusammenarbeiten kann. Auch in Lüdenscheid gab es bereits erfolgreiche Aktionen wie den ‘Nachtflug’ oder die ‘Lüdenscheider Cocktailtour’. Zur Stärkung der Altstadt setzen wir uns dafür ein, dass vor allem die Altstadtkneipen gemeinsame Aktionen, wie zum Beispiel geführte Kneipentouren, anbieten. Wir können uns auch die Einführung einer Altstadtkarte mit verschiedenen Vergünstigungen in den beteiligten Kneipen vorstellen. Gemeinsame Veranstaltungen in der Altstadt, wie zum Beispiel das Altstadtfest, dürfen zudem nicht durch zu hohe Auflagen von der Stadt eingeschränkt werden – zu enge Auslegungen des Ordnungsamtes dürfen nicht dazu führen, dass Veranstaltungen in ihrer gesamten Durchführung gefährdet werden.

- Gastronomie und Wohnen: Die Altstadt eignet sich ideal – insbesondere mit Blick auf die noch junge FH - als Wohnquartier für Auszubildende und Studenten. Für die Altstadt darf es jedoch nicht heißen Gastronomie oder Wohnen, sondern Gastronomie und Wohnen. Wir setzen uns daher dafür ein, dass ein Konzept für die Altstadt entwickelt wird, indem das eine das andere nicht ausschließt, sondern der Standort in seiner Gesamtheit gefördert wird.“

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