Junge Privat-Fahnder entlarven falschen Detektiv

Lüdenscheid - Ein falscher Ladendetektiv hat einer 16-Jährigen am Montag im Stern-Center unter einem Vorwand das Handy abgenommen. Das Opfer und zwei etwa gleichaltrige Schulfreunde haben sich jedoch als private Fahnder ordentlich ins Zeug gelegt - mit Erfolg.

Von Olaf Moos

Wenige Stunden nach dem Diebstahl hatte die Schülerin ihr Smartphone zurück. Gegen den Beschuldigten läuft ein Ermittlungsverfahren.

Wie Polizeisprecher Dietmar Boronowski bestätigt, sprach der Verdächtige die Jugendlichen gegen 11.05 Uhr in der Parfümerie-Abteilung des neuen Drogeriemarktes Müller an. Er habe den Verdacht, dass sie Eau de Toilette geklaut haben und er müsse sie jetzt durchsuchen, soll er gesagt haben. Dann, heißt es, verlangte er das Mobiltelefon des Mädchens, um angeblich in seinem Büro zu überprüfen, ob das Gerät gestohlen ist. „Ihr wartet hier, ich komme gleich wieder!“

Tut er aber nicht. Nach einigen Minuten Warterei nehmen die Schüler die Sache selbst in die Hand. Sie bitten den echten Ladendetektiv von Müller, ihnen ein Foto der Überwachungskamera auszudrucken. Das Bild zeigt die Szene mit dem Gesuchten und seinen Opfern zwischen den Verkaufsregalen.

Mit dem Foto mischen sich die „Ermittler“ unter die Passanten im Stern-Center und in der Fußgängerzone und fragen, wer den Mann auf dem Bild kennt. Der Hausdetektiv des Stern-Centers, Thomas Lierhaus, erzählt im LN-Gespräch: „Und tatsächlich finden die einen Kunden, der den Gesuchten kennt und sogar sagen kann, wie er heißt.“ Mit seinen Informationen geht das Trio zur Polizei und erstattet Strafanzeige gegen den Handydieb.

Aber damit ist die Geschichte laut Thomas Lierhaus noch nicht zu Ende. Denn kurze Zeit später stärken sich die jungen Freunde in einer Döner-Bude am „Knapp“ – und sehen dabei zufällig den ominösen Ladendetektiv, der gerade am Schaufenster entlang geht. Sie fassen sich ein Herz, laufen hinterher und stellen den Verdächtigen. Als sie ihm sagen, dass sie die Polizei eingeschaltet hätten, rückt er dass Smartphone wieder heraus und gibt es der Eigentümerin zurück.

Damit hat die Angelegenheit für die 16-Jährige ein glückliches Ende. Für den falschen Detektiv nicht.

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