Junge Autofahrer fahren oft alkoholisiert

+
Vortragsveranstaltung des IVU: Unser Bild zeigt Andreas Keilig (Vorstandsmitglied IVU), Polizeikommissar Timo Freiberg und Cornelia Brummelte (Vorstandsmitglied IVU).

Lüdenscheid - „Uns wird schon nichts passieren!“ Ein Satz, den der Lüdenscheider Polizeikommissar Timo Freiberg während seiner Arbeit oft zu hören bekommt. „Das ist ein völlig realitätsfremdes Denken. Die Illusion der eigenen Unverletzbarkeit ist im Kopf der jungen Leute stark verankert, hinzu kommt eine mangelnde Fahrpraxis und es kommt schnell zum Unfall“, weiß der Polizist.

Am Mittwochabend informierte Timo Freiberg im Rahmen eines Treffens des Interessenverbandes für Unfallverletzte im Märkischen Kreis (IVU) zum Thema „Umgang mit Jugendlichen im Straßenverkehr.“

Das Fahren mit zu hoher Geschwindigkeit ist die Hauptunfallursache bei jungen Erwachsenen, dicht gefolgt von Fahren unter Alkohol- oder Drogeneinfluss. In Nordrhein-Westfalen starben im vergangenen Jahr 526 Menschen durch Verkehrsunfälle, davon acht im Märkischen Kreis. „95 Prozent der Unfälle werden durch bewusstes Fehlverhalten verursacht – sind also vermeidbar“, erklärte Kommissar Timo Freiberg.

Zwar sind die Zahlen der Verkehrsopfer im Vergleich zum Jahr 2011 gesunken, doch treffe der Polizist oftmals auf überfüllte Autos, zu schnelle Fahrer und laute Musik. Daher gibt es gerade an den Wochenenden gezielte Kontrollen an den Diskotheken.

„Die jungen Leute verstehen oft nicht, warum wir sie anhalten. Viele sind sehr unkooperativ, aggressiv und pöbeln rum“, beklagte der Kommissar. Besonders erschreckend finde er allerdings das Ergebnis einer Diskothekenumfrage: 58 Prozent der Besucher behaupteten dort, sie führen unter Alkoholeinfluss selbst Auto oder ließen sich von einem alkoholisierten Fahrer mitnehmen. Ob es sich dabei um Imponiergehabe oder ernst gemeinte Aussagen handelt, weiß Timo Freiberg nicht. Er hält eine umfangreiche Fahrpraxis für besonders wichtig, um in heiklen Situationen besser reagieren zu können.

Der „Führerschein ab 17“ sei eine gute Möglichkeit um ein besseres Routineverhalten beim Autofahren zu erlernen und dem Fahranfänger mehr Sicherheit zu geben. „Es ist vor allem das Denken der Jugendlichen, das verändert werden muss. Die Unfallprävention muss sich die eigene Motivation zu Nutzen machen.“ - dm

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare