So jung: Lüdenscheider Arzt verrät, ab wann man alt ist

Klinikdirektor Dr. Michael Klein.

Lüdenscheid - Dass Knieprobleme keineswegs ein Problem der älteren Generation sind  - das war nur eine der Erkenntnisse aus einem Fachvortrag von Klinikdirektor Dr. Michael Klein. Überraschend für viele Zuhörer: Verschleiß beginnt bereits im Alter von 25 Jahren.

Schmerzen im Kniegelenk können unterschiedliche Ursachen haben. Dahinter können Verletzungen stehen. Aber auch Verschleiß und Entzündungen kommen als Schmerzursache infrage.

 „Mich interessiert zuallererst das, was Sie sagen, und die körperliche Untersuchung“, betonte Dr. Michael Klein, Direktor der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie/Spezielle Unfallchirurgie am Klinikum Lüdenscheid, bei seinem gut besuchten Vortrag über „Das schmerzende Knie“ im Seminarzentrum Hellersen. „Die Bildgebung kommt erst an nächster Stelle.“

 Um die Ursachen von Knieproblemen, die Diagnostik („Wichtig ist das Gespräch“) und Therapiemöglichkeiten drehten sich seine Ausführungen im Rahmen der Vortragsreihe „Dienstags in den Märkischen Kliniken“. 

Zu den Verletzungen, die Dr. Klein als Ursache für Knieschmerzen ausmachte, gehörten Knochenbrüche, Knochenödeme (Bone Bruise) und Meniskusverletzungen/-schäden. Nicht bei jedem Meniskusschaden sei eine Operation nötig, betonte er. „Die Entscheidung zu einer OP hängt nicht ab vom Bild.“ Meniskusschäden seien häufig auch verschleißbedingt.

 Anhand von Bildern stellte er eine neue OP-Methode mit Ankersystemen vor. Als eine weitere Ursache von Kniebeschwerden sprach der Klinikdirektor Kreuzbandverletzungen an. „Auch hier muss nicht jede Verletzung operiert werden“, erklärte er. 

Kurz riss er darüber hinaus Seitenbandverletzungen am Knie, Verletzungen am Streckapparat und Kniescheibenausrenkungen – eher bei jüngeren Patienten zu finden – an. Mit den Worten: „Ab dem 25. Lebensjahr werden wir alt“, machte er zudem verschleißbedingte Ursachen von Knieschmerzen zum Thema. „Nicht weil ich im Röntgenbild eine Arthrose sehe, muss ich operieren, sondern Ihre Beschwerden sind ausschlaggebend“, erklärte er.

 Schmerzen, Schwellungen („dickes Knie“), Bewegungseinschränkungen, Unsicherheitsgefühl und eine Einschränkung der Lebensqualität fasste er zum Beschwerdebild Arthrose zusammen. Letzterem, der Einschränkung der Lebensqualität, maß er besonderes Gewicht bei.

 Alter und eingenommene Medikamente seien indes kein Grund, nicht zu operieren, wenn nötig. Als Möglichkeiten der Arthrosebehandlung stellte er konservative und operativ gelenkerhaltende Verfahren sowie den künstlichen Gelenkersatz vor. 

Persönlich plädiere er dafür, nichts in Gelenke zu spritzen, wenn dies nicht zwingend erforderlich sei. Bei jeder Gelenkspritze könnten auch Bakterien eindringen. Ob gelenkerhaltend operiert werden könne, hänge vom Ausmaß des Knorpeldefekts ab.

 Fortgeschrittene Arthrose könne durch Gelenkersatz therapiert werden. „80 Prozent der Patienten sind mit einem künstlichen Knie zufrieden.“ Er selbst sei bei Operationen sehr zurückhaltend. Wichtig sei, für jedes Problem eine individuelle Lösung zu finden.

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