Singspiel „Hänsel und Gretel": Kleine Oper für kleine Gäste

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Das Ensemble der Kleinen Oper Bad Homburg zeigte „Hänsel und Gretel“.

Lüdenscheid - Der Besuch einer klassischen Oper gehört noch lange nicht zum „Schnee von gestern“. Und dafür, dass keine Langeweile aufkommt, wenn der Stoff klug inszeniert ist, trat Bad Homburgs Exportschlager Nummer 1, das Ensemble der Kleinen Oper, am späten Donnerstagnachmittag einmal mehr den Beweis an.

„Hänsel und Gretel“ stand auf dem Spielplan, allerdings in einer „entschärften“ Fassung. Böse war hier nur die Hexe, nicht aber die Eltern der beiden Kinder. Insofern war die Inszenierung allenfalls nur angelehnt an das Märchen der Gebrüder Grimm. „Bildung durch Unterhaltung“ ist das erklärte Ziel der Kleinen Oper. Das Ensemble möchte Kindern klassische Musik spannend und altersgerecht servieren. Im Vorjahr gelang dies bereits mit der „Entführung aus dem Serail“ nahezu perfekt. Umso spannender blieb die Frage, ob auch das musikalische Märchen „Hänsel und Gretel“ die Erwartungshaltung erfüllt. Um das Ergebnis mal vorweg zu nehmen: Eine großartige Kulisse, eine fantastische Inszenierung, „eingedampft“ auf kindgerechte 70 pausenlose Minuten, Begeisterung bei kleinen und großen Gästen.

Das Singspiel „Hänsel und Gretel"

Bei der Kostümierung setzte das Ensemble auf bunt, aber dabei nicht kitschig. Geboten wurde alt contra neu – das Hexenhaus im Hintergrund genau so, wie man sich ein solches vorstellt, Hänsels Gefängnis hingegen wurde zu einem großen, grünen Gummibären, fulminante Orchesterklänge traten gegen Elektro-Pop an. Hoffmann von Fallerslebens Hagebutten-Männlein, das da im Wald auf einem Bein steht, wurde einmal in der Opernfassung geboten und dann wieder als flotter Popsong. Eine Melange, die so gar nicht zum angestaubten Image passt, das einer Oper vorweg weht.

Im Orchestergraben: Das Jugendsinfonieorchester der Musikschule Lüdenscheid unter der Leitung von Johannes Gehring. Nicht nur für das Publikum, auch für die jungen Musikerinnen und Musiker ist die wiederholte Kooperation mit der Kleinen Oper Bad Homburg immer ein ganz besonderes Erlebnis. Zusätzlich begleitet wurde das Singspiel von einem Pianisten, der auch hier und da die Vorstellung der Figuren übernahm. Schade nur, dass das Jugendsinfonieorchester so viele Musiker umfasste, dass nicht alle Platz fanden im Orchestergraben, sondern im weiten Rund auf die Bühne ausweichen mussten. Damit geriet die eigentliche Aufführung ein Stückweit in den Hintergrund.

Am Freitagvormittag wurde das Stück noch ein zweites Mal aufgeführt.

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