Jugendliche Testkäufer bald im Einsatz

LÜDENSCHEID ▪ Gemeinsam gehen Jugend- und Ordnungsamt künftig noch intensiver gegen Verstöße gegen das Jugendschutzgesetz vor – besonders beim Verkauf von Tabak und Alkohol an Jugendliche.

Fünf jugendliche Testkäufer, die sich freiwillig dazu gemeldet haben und pädagogisch angeleitet worden sind, werden bald in Begleitung von Mitarbeitern der beiden Ämter unterwegs sein.

„Der Jugendschutz ist verschärft worden und wir wollen dem Problem noch stärker auf die Pelle rücken“, betonte Dr. Wolfgang Schröder, Fachbereichsleiter Jugend, Bildung und Sport, am Freitag bei der Präsentation. Den Spagat zwischen Rechts- und Jugendfragen hat die Verwaltung aufgelöst, indem beide Abteilungen bei Planung und Durchführung kooperieren.

„Es geht uns in erster Linie nicht darum, Verstöße zu sammeln, sondern alle Beteiligten zu sensibilisieren. Dazu gehört auch die Kontrolle“, fügte Winfried Lütke-Dartmann (Fachdienstleiter Kinder- und Jugendförderung) hinzu.

Axel Schwabecher vom Fachdienst für Öffentliche Sicherheit und Ordnung, sieht die Jugendlichen nicht als Täter, sondern als Opfer. Es gehe um die Schwachstellen dahinter, um Erwachsene, die hochprozentigen Alkohol und Zigaretten verkaufen.

Die fünf jugendlichen Testkäufer im Alter zwischen 16 und 17 Jahren sind bereits ehrenamtlich in der Kinder- und Jugendarbeit aktiv: „Sie sind sozial sehr stabil. Wir haben natürlich mit jedem Einzelnen ein Gespräch geführt und auch die Einverständniserklärung der Eltern eingeholt. Die waren begeistert“, sagt Jessica Schmidt vom Fachdienst Kinder- und Jugendförderung. Wann und wo die Testkäufe stattfinden, verraten die Organisatoren natürlich nicht, den Ablauf schon: Die Mitarbeiter des Jugend- und Ordnungsamtes bleiben immer im Sichtkontakt mit den Testern. Nach erfolgtem Verkauf oder auch nach der Ablehnung des Verkaufs von Alkohol und Tabak gehen die Mitarbeiter in das Geschäft und sprechen mit den Verkäufern. „Wenn nichts verkauft wurde, bekommen sie auch eine Rückmeldung. Das hat ja grundsätzlich Signalwirkung – positiv und negativ. Es spricht sich jedenfalls herum“, sagt Axel Schwabecher.

Winfried Lütke-Dartmann spricht von einem weiteren Baustein, um den Umgang mit Alkohol zu thematisieren. Dazu gehört auch das Projekt „Wir haben den Durchblick“ – Seminare an weiterführenden Schulen. Die Botschaft lautet: Es ist gar nicht cool, nach einem Komasaufen in der Kinderklinik aufzuwachen.

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