Am Buckesfeld fehlen die meisten Kita-Plätze

Lüdenscheid - Allen Beteiligten – ob Politikern oder den Experten im Jugendamt – ist klar, dass die Schaffung von Kindergartenplätzen für unter Dreijährige nicht mit der Erfüllung einer Quote, in welcher Höhe sie auch immer festgelegt wird, vom Tisch ist.

Das Jugendamt wird die Anzahl der Plätze dem zunehmenden Bedarf immer wieder anpassen müssen, um den Rechtsanspruch der Eltern nachzukommen. Denn sonst drohen Klagen.

Unter dieser Prämisse verlief am Dienstag im Jugendhilfeausschuss auch die Diskussion zur Anpassung der Versorgungsquote. Jugendplaner Werner Giet stellte das umfangreiche Zahlenmaterial vor, das nach Betreuungs- und Gruppenformen und auch nach Stadtteilen untergliedert ist. Unterm Strich fehlen danach noch 78 Plätze in Kindertagesstätten, wobei unterstellt ist, dass die Zielquote von 110 Tagespflegeplätze erreicht wird. Von den 78 Plätzen könnten 52 durch neue Einrichtungen am Jahnplatz, in der Albert-Schweitzer-Schule und am Duisbergweg geschaffen werden, so dass noch 26 Plätze zur Erfüllung des Rechtsanspruchs fehlten.

Ob Klagen auf die Stadt zukommen und wie sie im Falle des Falles damit umgeht – diese Fragen bleiben offen. „Es gibt kein Muster dafür“, betonte Jugendamtschef Hermann Scharwächter. Hatte das Land die Versorgungsquote einst auf 35 Prozent festgelegt, so hat die Stadt sie nach dem ermitteltem Bedarf bereits auf 42,6 Prozent erhöht.

Während in der Innenstadt die Versorgung recht gut aussieht, bereitet der Stadtteil Buckesfeld Probleme. Die Quote liegt bei gerade einmal 13,4 Prozent. Gleich 21 Absagen mussten U3-, neun Ü3-Wünschen der Eltern erteilt werden. „Wir sind auf der Suche nach Immobilien oder Freiflächen und prüfen Erweiterungen. Aber wir sind noch nicht fündig geworden“, sagte Scharwächter.

Ursula Meyer (CDU) fehlte die mittelfristige Perspektive bei den Planungen. „Es ist ja absehbar, dass uns immer wieder in den Folgejahren jeweils vier Prozent zusätzliche Plätze fehlen. Da laufen wir immer hinterher.“ Scharwächter erklärte, die Stadt habe mit der jährlichen Anpassung an den Bedarfsfall gute Erfahrungen gemacht, zumal nicht alle Gegebenheiten planbar seien. Außerdem müsse die Stadt aufs Geld achten.

Über die Auswirkungen auf die Qualität der Arbeit in den Kitas soll nach den Sommerferien diskutiert werden.

Rubriklistenbild: © dpa

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare