Jüngermann-Ausstellung Lüdenscheider Museen

Viele Besucher wollten schon zur Eröffnung die Ausstellung zu Leben und Werk von Wilhelm Jüngermann sehen. –

LÜDENSCHEID – Auf großes Interesse stieß am Sonntag die Eröffnung der Ausstellung „Im Dienste der Industrie: Wilhelm Jüngermann. Künstler, Lehrer und Graveur“ in den Museen der Stadt Lüdenscheid am Sauerfeld. Die Redner würdigten die Verdienste und das Werk Jüngermanns, die Bedeutung des Graveurhandwerks für die Entwicklung der heimischen Industrie, aber auch das Konzept der Museen für die Ausstellung und das Begleitprogramm.

Großer Dank galt einmal mehr Inge und Helmut Gralla, die durch die Schenkung des Nachlasses von Vater beziehungsweise Schwiegervater die Ausstellung möglich gemacht hatten. Klaus Gottfried, Obermeister a.D. der Bundesgraveurinnung, begann sein Grußwort mit sehr persönlichen Worten und war dabei sichtlich bewegt. „Es hat mich überwältigt, hier stehen zu dürfen. Dieser Mann war für mich ein Vorbild.“ Gottfried sagte weiter: „Dieser Mann hat für die Stadt und für junge Menschen so viel Einzigartiges geleistet“, betonte Gottfried vor zahlreichen Zuhörern – nicht alle, die die Eröffnung der Jüngermann-Ausstellung erleben wollten, hatten einen Sitzplatz gefunden.

Kulturdezernent Wolf-Dieter Theissen freute sich über das große Interesse, das das Leben und Werk eines lange in Vergessenheit geratenen Künstlers erfahre. Er würdigte die Kooperation von Städtischer Galerie und Geschichtsmuseum. Theissen erinnerte außerdem an die Bedeutung des Graveurhandwerks für die industrielle Entwicklung und den Aufschwung in Lüdenscheid, auch wenn „der feine Schleier des Vergessens“ sich in den vergangenen 40 Jahren immer mehr über den Beruf gelegt habe. Ohne die Graveure wäre die Produktion von Knöpfen und Ehrenzeichen, die die Lüdenscheider Industrie lange prägten, nicht möglich gewesen.

Entsprechend begeistert war Gottfried von der Würdigung, die das Graveur-Handwerk durch die Ausstellung erfahre. Zeiten änderten sich, es sei stets auch Jüngermanns Ziel gewesen, den Berufsstand weiterzuentwickeln und jungen Leuten Verständnis für das Handwerk und für neue Techniken zu vermitteln. Gottfried lobte ferner das Konzept der Ausstellung und des Begleitprogramms, das die Besucher einlade, das Graveurhandwerk aktiv kennenzulernen.

Theissen sprach von „einer großen Ausstellung auf kleinem Raum“. „Groß“ sei sie deshalb, weil sie dazu beitrage eine weitgehend vergessene bedeutende Persönlichkeit wiederzuentdecken. Jüngermann habe als Lehrer wie kein anderer seine Schüler auf ihre künftigen Aufgaben vorbereitet, „mit großer Achtung vor dem Handwerk“. Als Künstler habe Jüngermann nicht nur eine starke lokale Bedeutung, sondern, „nationales Format mit starken internationalen Verbindungen“.

Nachdem Museologin Wiebke Grüne mit einigen Erläuterungen auf die Ausstellung neugierig gemacht hatte, gab es eine Überraschung: Gottfried hatte zwei Medaillen als Geschenk für die Stadt mitgebracht, die er durch Zufall entdeckt hatte – mit Motiven aus Lüdenscheid.– gör

Die Ausstellung „Im Dienste der Industrie: Wilhelm Jüngermann. Künstler, Lehrer und Graveur“ ist bis zum 23. Mai in den Museen am Sauerfeld zu sehen.

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