Jüdischer Rapper spricht in Lüdenscheid über seinen Rückzug aus dem Rap-Business

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Rapper Ben Salomo (rechts) spricht offen über Antisemitismus und Lösungsansätze. 

Lüdenscheid - „Wir haben immer gesagt, der schwebt an der Decke und atmet Licht“, scherzte in der Aula des Geschwister-Scholl Gymnasiums der Rapper Ben Salomo. Er sprach vor Schülern über Antisemitismus, Vorurteile und Gehirnwäsche. 

Gemeint war mit dem Eingangszitat ein ehemaliger Freund von Ben, der sich mit Verschwörungstheorien auseinandergesetzt habe und daran völlig zugrunde gegangen sei. Mit der im ersten Moment lustig wirkenden Aussage machte Ben Salomo vor rund 250 Schülern auf ein ernst zu nehmendes gesellschaftliches Problem aufmerksam: Die Rede ist von Gehirnwäsche, verursacht durch populistische Äußerungen und schlechtem medialen Einfluss.

 Ben Salomo selbst habe schon früh mit antisemitistischen Äußerungen Erfahrungen gemacht, erinnert er sich im Gespräch mit Zepp-Schulleiter Sebastian Wagemeyer: „Als ich elf Jahre alt war, wurde ich in der Schule gefragt, ob ich die jüdische Nationalhymne kenne. ,Welche jüdische Nationalhymne’, habe ich gefragt, es gibt doch nur eine israelische. Daraufhin hat mein Gegenüber ein Feuerzeug aus seiner Tasche gezogen, auf den Gasschalter gedrückt und gesagt: ,Das ist die jüdische Nationalhymne.’“

 Auch in der Rap-Szene hätten das rassistische Denken und die Verharmlosung schlimmer Geschehnisse stark zugenommen. Deshalb habe sich Salomo auch in vielen Bereichen inzwischen zurückgezogen und mache nur noch privat Musik.

 Nach dem Interview mit Sebastian Wagemeyer stand er auch den Schülern von Zeppelin-, Geschwister-Scholl- und Bergstadt-Gymnasium Rede und Antwort. Eingefädelt worden war das Treffen von der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Lüdenscheid.

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