Jubiläum: Seit 50 Jahren bei Werkzeugbau Plate

Holger Plate (Werkzeugbau Eugen Plate) und sein Jubiläumsmitarbeiter Hans-Walter Blau (rechts).

LÜDENSCHEID ▪ Der Arbeitsplatz schon immer am Staberg, drei Chefgenerationen sowie Entwicklungssprünge vom Bohren und Feilen zum Konturenfräsen im 3D-Bereich miterlebt und am 1. April seit 50 Jahren im Betrieb: Hans-Walter Blau (64), Werkzeugmacher im Werkzeugbau Eugen Plate, ist kein typischer Arbeitnehmer von heute.

Doch für seine Zeit war der Werdegang nicht untypisch. „Es kam so und ist geblieben“, sagt der Jubilar, den viele nur „Hansi“ nennen, zufrieden.

Geboren wurde er dort, wo heute das Schleyer-Haus steht. Als er 14 war, hat ihn der Vater an die Hand genommen und ist ein paar Hausnummern bergauf gegangen, dorthin, wo Eugen Plate 1919 eine klassische Fabriksken-Karriere im Keller seines Wohnhauses begonnen hatte. „Der Hans, der kommt nach uns“, hatte der Seniorchef mit Papa Blau per Handschlag besiegelt. „Ich hab’ vom ersten Tag an so gearbeitet wie die anderen auch. Was ich gemacht hab’, das wurde gebraucht“, erinnert sich Hans-Walter Blau. Dreieinhalb Jahre dauerte die Ausbildung, in der er viel lernte von „den Klüngelsköppen, die alle richtig mit der Hand was konnten“. Arbeitszeit von „7 bis 7“ und mittags etwas länger Pause, samstags natürlich auch an die Werkbank – so war’s. Im Laufe der Jahre vergrößerte sich der Betrieb, wuchs mit den Kunden und ihren Aufträgen und zieht sich heute tief ins Grundstück hinein. Hier wurden Maschinen angeschafft, dort, bei den Arbeitskräften, „wurde es immer einer weniger“, erinnert sich der Jubilar. Bis heute gibt’s Maschinen, die man nicht jeden Tag braucht. Aber für spezielle Aufgaben sind sie unersetzlich. Bis er im Juni 65 wird und im Monat drauf in Ruhestand geht, kann er den Neuen einarbeiten. Doch die Zeit wird nicht reichen, dem 29-Jährigen sein Wissen weiterzugeben.

Werkzeugmachermeister Holger Plate (46), der vor zehn Jahren seinem Vater nachfolgte, staunt selbst über die Veränderungen, die er in seinem Berufsleben schon mitgemacht hat. Mit Kunden verhandeln, Kalkulationen, Internet – „das Berufsbild hat sich stark geändert“, sagt er.

Auch Hans-Walter Blau kann „ein bisschen Computer“, aber zum Glück gibt’s immer noch den Schraubstock, den der Fortschritt nicht komplett ersetzen konnte. „Wir sind klein und flexibel,“ betont Holger Plate, „hier muss im Prinzip jeder noch fast alles machen.“ Auch das hat dem Familienbetrieb mit drei Gesellen und einer Aushilfe all die Jahre gut getan. Ohne Kurzarbeit sei man durch die schlechte Zeit gekommen, viele verschiedene Kunden, überwiegend aus der Automobilindustrie, machen unabhängig. Seit neun Jahren ist der Werkzeugbau zertifiziert.

Hans-Walter Blau ist immer gerne zur Arbeit gegangen. Freizeit – das wird noch eine Umstellung werden. Vielleicht wird er gelegentlich als Aushilfe gebraucht. Ansonsten gilt: „Ein bisschen verreisen im Ruhestand, das wäre schön.“

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