Schulte Elektrotechnik: Jubiläum und Neubau

+
Geschäftsführer Steffen Waldminghaus hat gut lachen: Die Energieerzeugung durch Erdwärme hält die Energiekosten gering.

Lüdenscheid - Die Einladungen zur Einweihung des Um- und Neubaus am 30. Juli sind längst ‘raus. Der Zeitplan musste passen, und er passt. Ehrgeizige und innovative Projekte setzt Schulte Elektrotechnik an der Jüngerstraße mit Vorliebe um.

Von Susanne Kornau

Daher ist die Chefetage zuversichtlich, dass ihre Millioneninvestition „in eine optimistische Zukunft“ pünktlich zum 50. Geburtstag die Philosophie des 150-Mitarbeiter-Unternehmens überzeugend repräsentiert.

„Wir werden“, so formuliert es Gründer und Inhaber Siegfried Schulte im Vorwort zum aktuellen Katalog, „ein architektonisch und ökologisch außergewöhnliches Betriebsgebäude mit einem sogenannten ,Living Office’ in Betrieb nehmen.“ Dieses „lebendige Büro“ befindet sich am höchsten Punkt Lüdenscheids. Von hier aus hat man eine uneingeschränkte Rundum-Sicht weit ins Land. Aber genau hier blickt man auch tief ins Selbstverständnis der Firma, die sich als „stark innovationsgetrieben“ und „sozial verantwortlich handelnd“ versteht.

Hier oben, erläutert Generalbevollmächtigter Jan-Dirk Schulte, sollen „die Mitarbeiter unsere Produkte leben“ – auf dem bürotechnisch neuesten Stand. Umgekehrt können Kunden, Architekten und Planer im Alltagsbetrieb sehen, wie das Schulte-Büro der Zukunft, das hier Gegenwart geworden ist, funktioniert. Jan-Dirk Schulte schwärmt von „unglaublicher Flexibilität der Fläche durch Doppelboden“. Unter einer Bodenplatte, die auf einer Stützenreihe aufliegt, führt eine elektrische Ring-leitung rings ums Büro. Die Leitung lasse sich an beliebiger Stelle unter Spannung abgreifen. So werde jedes Büro, jeder Arbeitsplatz höchst flexibel. Zudem könne jeder Schreibtisch Licht und Beschattung steuern: „Es ist schon sehr spannend.“ Störendes verschwindet im Boden. Zugleich wird mit dem Neubau die Produktionsfläche erheblich vergrößert.

„Wir stellen mit unseren Ideen 100 Jahre Elektrotechnik in Frage“, sagt Seniorchef Siegfried Schulte selbstbewusst und fasst das unter dem Schlagwort von der „Dezentralisierung in der Elektrotechnik“ zusammen. Das Schulte-Prinzip spare 40 Prozent der üblichen Installationskosten; im Neubau sei kein Schlitz gestemmt worden, keine Steckdose in der Wand, keine Lampe hänge von der Decke. Das „lebendige Büro“ verkörpert Siegfried Schultes seit 50 Jahren beherzigte Prinzip vom „Begreifen und Erfassen“. Deshalb sieht’s in seinem Büro so kreativ aus, deshalb ist der Weg nie weit, zum Beispiel eines seiner innovativen, vielfach ausgezeichneten und patentierten Evoline-Produkte in die Hand zu nehmen.

„Was wir hier machen, ist großes Kino“, sagt Jan-Dirk Schulte, der fürs Projektgeschäft verantwortlich ist, große Neubauten betreut, Planer und Architekten von den Vorteilen der „Methode Schulte“ zu überzeugen weiß. „Die komplette Visualisierung aller Parameter“ sei möglich, auf Knopfdruck lasse sich etwa der Energieverbrauch abrufen. Das Ergebnis dürfte den Nutzer freuen, denn auch beim Energieverbrauch setzt die Firma auf größtmögliche Effizienz: Zehn Bohrlöcher zapfen in rund 100 Metern Tiefe die Erdwärme an. Architekt Marc Teichert und Rüdiger Wilde als Bauleiter haben das nicht alltägliche Bauvorhaben begleitet.

„Im laufenden Betrieb umzubauen ist, als würde man eine Autoinspektion bei Tempo 120 machen“, hat Jan-Dirk Schulte gemerkt, seit mehr als 1000 Quadratmeter Neubautrakt vor den alten Betriebskern gesetzt wurden. 100 Quadratmeter Dachterrasse sind ein – auch für die Mitarbeiter willkommener – Nebeneffekt der aufwendigen Überbauung.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare