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Jubiläum der Sportklinik Hellersen: Wo Nationalspieler wieder laufen lernten

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Die Sportklinik Hellersen in Lüdenscheid ist heute eine orthopädische Spezialklinik mit hohen Spezialisierungsgrad.
Die Sportklinik Hellersen ist heute eine orthopädische Spezialklinik mit hohen Spezialisierungsgrad. © Pascal Amos Rest

Die Spezialisierung auf Sportverletzungen in Hellersen beginnt vor 75 Jahren. Eigene Räumlichkeiten bekommt die Sportklinik aber erst 1970. Im Jubiläumsjahr sollen viele kleine Aktionen die verschobene große Feier ersetzen - und die Klinik moderner machen.

Lüdenscheid – 20 Betten standen der sich damals in Gründung befundenen Sporthilfe NRW, dem Klinikträger, zur Verfügung. Der Platz war begrenzt. Eine eigene Ambulanz gab es nicht und auch die Krankenschwestern und das übrige medizinische Personal wurden durch das Kreiskrankenhaus gestellt. Lediglich die Verwaltung war direkt in der Sportheilstätte angestellt. Erst 1970 wurde ein eigenes Gebäude für die Klinik gebaut, doch bereits 1946 wurden die ersten Sportler in der Spezialklinik behandelt.

Die Auslastung wurde mit der Zeit so groß, dass die Räume zu klein wurden und aus einem kleinen Provisorium eine eigene Klinik werden sollte. Der Vorstand der Sporthilfe beschloss daher am 5. März 1960 den Bau eines eigenen Krankenhauses. Die Grundsteinlegung folgte sechs Jahre später, 1966, und noch einmal weitere vier Jahre gingen für die Bauzeit ins Land. So wurde die Sportklinik Hellersen, wie sie seit 2007 heißt, am 29. Mai 1970 unter dem Namen „Krankenhaus für Sportverletzte Hellersen“, feierlich eröffnet.

Europas modernstes und größtes Krankenhaus für Sportverletzte mit 229 Betten war entstanden. Die Neueröffnung war das Ereignis. Zahlreiche prominente Gäste von Sportlern bis zu Politikern waren erschienen, um sich die neue Klinik anzuschauen. Die Einrichtung galt mit ihren zahlreichen technischen Neuerungen als einmalig.

Doch auch das neu gebaute Krankenhaus stieß ebenfalls schnell an die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit – so war die Expertise aus Lüdenscheid gefragt. Mit 96,1 Prozent der Kapazität war das Krankenhaus laufend belegt. So wurde ein Erweiterungsbau, das heutige Haus 2, mit 100 Betten am 14. Oktober 1977 in Betrieb genommen.

Die Sportklinik Hellersen in Lüdenscheid, damals noch Krankenhaus für Sportverletzte, nach der Errichtung des Neubaus im Jahr 1977.
Die Sportklinik Hellersen, damals noch Krankenhaus für Sportverletzte, nach der Errichtung des Neubaus im Jahr 1977. © LN-Archiv

Über die Jahre wurde die Spezialisierung weiter ausgebaut und die Fachbereiche dementsprechend erweitert sowie die Ausrichtung konkretisiert. So gibt es heute für nahezu jede orthopädische Verletzung oder Erkrankung einen eigenen Fachbereich. Dazu werden Endoprothetik, Plastische und Ästhetische Chirurgie, Spezielle Schmerzmedizin und Sportmedizin angeboten.

„Für Krankenhäuser der Zukunft ist diese tiefgehende Spezialisierung überlebenswichtig. Wir sehen uns da gut aufgestellt“, sagt der Vorstand der Sportklinik Hellersen. Es sei gelungen, Top-Spezialisten zu binden, sodass heute für alle medizinischen Themen rund um den Bewegungsapparat, bei allen Schmerz-Symptomatiken sowie im Bereich der Plastischen und Ästhetischen Chirurgie Medizin angeboten werden könne.

„Unser Ziel ist es, uns für die nächsten 75 Jahre zukunftssicher aufzustellen“, sagt Sarah Pawlik, Leitung Marketing und Kommunikation an der Sportklinik Hellersen. Dabei sei eine strategische Neuausrichtung der Markenkommunikation erarbeitet worden, die mit der erneuerten Homepage Ende dieses Jahres sichtbar werde. „Dem Patienten möchten wir damit schon bevor er bei uns ist den bestmöglichen Service anbieten“, führt Pawlik weiter aus.

Auf eine Jubiläumsfeier müsse die Klinik in diesem Jahr leider verzichten. Die allgegenwärtige Planungsunsicherheit habe die frühzeitige Organisation eines Festaktes, die diesem Anlass gerecht werde, leider nicht zugelassen, heißt es in einer Pressemitteilung. Daher hat sich die Klinik etwas anderes überlegt: Viele kleine Aktionen sollen über das Jubiläumsjahr von Oktober bis Oktober verteilt stattfinden.

Zum Auftakt ein Klinikmagazin mit dem Namen „Hellersen Inside“ veröffentlicht und die Homepage in einem neuen Design versehen werden. Dem Anlass angemessene Jubiläumsfeierlichkeiten für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Öffentlichkeit sollen nachgeholt werden, sobald es die Pandemielage wieder uneingeschränkt zulässt.

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