Wahlbeteiligung: 31,2 Prozent

Jubel bei der SPD: Sebastian Wagemeyer ist neuer Bürgermeister von Lüdenscheid

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Sebastian Wagemeyer (SPD) ist neuer Bürgermeister von Lüdenscheid. 

Lüdenscheid – Sebastian Wagemeyer genoss das Bad in der Menge. Lange hatte der neue Lüdenscheider Bürgermeister gewartet, erst als auch rechnerisch keinerlei Zweifel mehr an seinem Wahlsieg bestand, zog er um 19.30 Uhr begleitet vom Abba-Hit „The Winner takes it all“ ins Foyer der Schützenhalle am Loh ein.

Kurz ballte er die Faust und klatschte seinen Genossinnen und Genossen Beifall. Er machte mehr als deutlich: Es war eine Mannschaftsleistung. „Die letzten zwei Wochen haben wir unsere PS noch einmal auf die Straße gebracht. Ich danke Euch allen für Euren Einsatz“, sagte der neue Lüdenscheider Bürgermeister. 

Vom Zuspruch der Wähler war er überwältigt, sah darin ein klares Zeichen des Aufbruchs: „Was mich wirklich stolz macht ist, dass sich die Lüdenscheiderinnen und Lüdenscheider für einen Weg entschieden, der nichts mit Angst zu tun hat, und der nichts damit zu tun hat, alles schlecht zu reden, was in dieser Stadt passiert ist. Sie haben sich entschieden gegen Spaltung und für eine tolle Stadt, für einen Bürgermeister, der diese tolle Stadt entwickeln möchte, und für Mut, Zusammenhalt und Zuversicht. Und jetzt lasst uns feiern, liebe Genossinnen und Genossen“, forderte Wagemeyer die rund 120 Gäste in der Schützenhalle auf. 

Kommentar von Jan Schmitz zum neuen Bürgermeister: Eine gute Wahl

Neben SPD-Mitgliedern wohnten auch Vertreter der Grünen der Wahlparty bei. Nach dem scheidenden Bürgermeister Dieter Dzewas („Als das Ergebnis feststand, habe im Rathaus viele Steine plumpsen gehört“) gehörte FDP-Fraktionschef Jens Holzrichter zu den ersten Gratulanten vor Ort. CDU-Kandidat Christoph Weiland schickte dem neuen Bürgermeister die Glückwünsche auf elektronischem Wege. 

Sebastian Wagemeyer lag sowohl in den Wahllokalen als auch bei der Briefwahl deutlich vorne. Am Ende trennten die Kontrahenten 1 781 Stimmen. Spannung kam am Sonntag nicht auf, zu klar war der Vorsprung nach Beginn der Auszählung. Die Wahlbeteiligung lag mit 31,2 Prozent noch einmal niedriger als bei der Kommunalwahl vor zwei Wochen. Insgesamt 5.150 weniger Lüdenscheider gaben am Sonntag ihre Stimme ab. 

Wagemeyer, passionierter Hobby-Musiker und ehemaliger Frontmann der Band „root“, gibt künftig im Rathaus den Ton an. Gestern kündigte er eine neue Kultur der Zusammenarbeit an. In welcher politischen Konstellation, soll in den nächsten Tagen geklärt werden. Vieles spricht für eine Fortführung der Ampel-Kooperation. 

Der Wahlabend im Märkischen Kreis im Minutenprotokoll

SPD-Stadtverbandsvorsitzender Fabian Ferber kündigte Koalitionsverhandlungen für diese Woche mit Grünen und der FDP an, in Richtung der CDU stellte er mit Blick auf den Wahlkampf die Frage, „ob man mit solchen Leuten koalieren kann.“ 

Der unterlegene Bürgermeister-Kandidat Christoph Weiland sagte bei der CDU-Wahlparty im Restaurant Heerwiese: „Ich hatte mir natürlich ein anderes Ergebnis gewünscht, aber die Wähler haben entschieden. Ich gratuliere Sebastian Wagemeyer zur Wahl zum Bürgermeister.“ Der alte und neue Chef der CDU-Ratsfraktion, Oliver Fröhling, zog aus Unionssicht ein bitteres Fazit aus dem Stichwahl-Ergebnis. 

„Wir werden mit den anderen Ratsparteien im Dialog bleiben. Derzeit gehe ich jedoch stark von einer Fortsetzung der Ampelkooperation aus SPD, FDP und Grünen aus. Bedauerlicherweise werden wir aller Wahrscheinlichkeit nach weiter Oppositionsarbeit machen müssen.“ 

Bürgermeister Sebastian Wagemeyer - Wahlparty der SPD  in der Schützenhalle

Obwohl die CDU bei den Kommunalwahlen vor zwei Wochen als stärkste Kraft abgeschnitten hat, drohe „alles beim Alten zu bleiben, das werden viele Wähler nicht verstehen“. Vor diesem Hintergrund, so Fröhling weiter, wolle er vor allem von der SPD ab jetzt nichts über die niedrige Wahlbeteiligung hören – und auch nichts von Politikverdrossenheit. 

Wahlsieger Wagemeyer muss am Montag wieder in die Schule, Revisionsgespräche stehen für den Schulleiter an. Ab dem 1. November ist der Wahlsieger von Sonntag dann auch offiziell der erste Bürger der Stadt Lüdenscheid.

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